[RPG] [SPOILER] Take me... - or let it be!

Moderator: Housekatze

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Remy Hadley
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"Es ist nicht meine Aufgabe, Ihnen Moralpredigten zu halten und ich beende das Thema auch jetzt, denn ich weiß, dass Sie nicht gern darüber sprechen. Aber denken sie mal drüber nach."

Dass sie nicht weitersprechen wollte, zeigte sie noch deutlicher, indem sie ihn einfach allein am Tisch zurückließ. Wahrscheinlich, dachte House, war sie einfach froh, ihn nicht länger ansehen zu müssen. Dennoch legte er den Eisbeutel beiseite und stand mühsam auf, um sich neben sie ans Fenster zu stellen.

Zögerlich legte er ihr eine Hand auf die Schulter, doch es war nur eine kurze Berührung, denn er zog sie sofort wieder zurück.
"Wenn Sie doch irgendwann an einem Punkt ankommen sollten, an dem Sie nicht mehr weiterwissen... Ich werde Ihnen gerne zuhören."
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Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen, sie war gerührt, so gerührt wie schon lange nicht mehr, doch konnte sie und wollte sie auch gerade einfach nicht darüber sprechen. Wie hätte sie House das auch sagen können, dass sie wegen dem was er gerade getan und gesagt hatte "gerührt" war!?

"Danke!", sagte sie nur kurz leise aber deutlich in seine Richtung und betrachtete die Menschen, die unten auf der Straße, knapp angezogen in der Hitze spazierten.

"Manche Leute wissen gar nicht, was sie für ein Glück haben, wenn sie und die Menschen, die sie lieben gesund sind!", sie drehte sich kurz zu House um:"Kennen sie das Gefühl, wenn bei ihnen mal wieder alles so richtig den Berg runter geht, alle anderen aber übertrieben fröhlich zu sein scheinen und sie diesen das am liebsten verbieten möchten?", sie drehte sich zu dem Fenster zurück.

"Damals, als mein Vater immer abends noch in der Küche saß und einfach geschaft ins Leere starrte, stand ich auch oft so am Fenster und beobachtete die anderen Menschen, als Kind war es für mich einfach unverständlich, wie das Leben so unfähr sein konnte. Besonders wenn es wieder so ein warmer Tag war wie heute und die Kinder mit ihren Müttern und Vättern auf den Spielplatz gingen, während ich auf meine Mutter aufpassen musste, wenn mein Vater kurz außer Haus war."
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House wartete geduldig, bis sie zu ende gesprochen hatte. Gedankenverloren blickte auch er auf die Straße hinab und wischte sich gelegentlich Schweißperlen von der Stirn.

"Fröhlichkeit? Definieren Sie fröhlich! Bei mir geht nichts den Berg runter, aber ich denke ich weiß, was Sie meinen. Das Rumgesülze der Eltern, wenn das Kind es geschafft hat, sich ein Löffelchen selbst in den Rachen zu schieben... Belanglosigkeiten, wenn Sie mich fragen, weil die einfach nicht wissen, worauf es WIRKLICH ankommt." Er schnaufte verächtlich und schlug mit der Hand gegen das Fensterbrett.

"Und Ihr... Bruder?"
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"Was ist mit ihm?", sie starrte ihm jetzt genau in die Augen:"Was soll mit ihm sein?", sie brach den Augenkontakt nicht ab, ihr Blick bestand dabei aus einer Mischung aus Überraschung und Traurigkeit.
Sie hatte die Sache mit ihrem Bruder noch nicht überstanden, sie wusste nicht, ob sie das überhaupt je konnte.

Wahrscheinlich nicht, sie würde irgendwann Schwierigkeiten mit ihrem Gedächtnis bekommen, doch an diese Krankheit und alles was sie mit sich brachte, daran würde sie wohl immer irgendwie denken.
Remy Hadley
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"Verzeihung. Es geht mich nichts an, wie Sie und Ihre Familie das alles geregelt bekommen haben." Der Schmerz, der über ihr Gesicht zuckte, traf ihn unvorbereitet und er fühlte sich so mies, als wäre es sein eigener.

Er brach auch den Augenkontakt nicht ab, er spürte, dass sie indirekt darauf bestand. Er wusste jedoch nicht, wie weit er gehen konnte. Doch er wäre nicht House, wenn er es dabei belassen würde.

"Haben Sie mal mit jemandem darüber geredet?"
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"Nein...tut mir leid, schon gut. Entschuldigung. Ich habe überreagiert!", sie sah kurz von ihm ab und dann wieder zum Fenster hinaus:"Er hat viel mit Freunden unternommen und wenn er zu Hause war, dann saß er die meiste Zeit am PC. Hat gespielt, mit seinen Freunden geschrieben...Ja, er war auch da, wenn es darauf ankam, konnte man auf ihn zählen...Aber wir haben alle nie wirklich so über unsere Gefühle gesprochen. Die Situation war so und aus. Mein Dad wollte immer alles herunter spielen, mein Bruder kapselte sich früh ab, das war normal bei uns. Tagesordnung so zu sagen.", sie sah ihn nur kurz an, bevor sie ihren Blick dann wieder aus dem Fenster schleifen ließ:"Nicht wirklich...An wen denken sie da? Klar, hab ich mit Foreman das Thema damals mal angeschnitten, aber...mehr auch nicht...ich meine, wie auch? Soll ich jeder Frau aus der Bar meinen Lebenslauf auf die Nase binden?"
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"Sie müssen sich nicht entschuldigen."

Er war überrascht, dass Remy so bereitwillig erzählte, dies war er nicht von ihr gewohnt. Normalerweise war das Thema Privatleben tabu. Er wusste, mit welch schmerzhaften Erinnerungen dies verbunden war.

"Sie haben mit Foreman darüber gesprochen? Wären Sie lieber in den Zoo gegangen und hätten es den Affen erzählt, die wären wahrscheinlich mitfühlender gewesen!" Es kam wohl etwas zu barsch herüber, doch House sah sich in diesem Augenblick, wie so oft, im Recht.

Dann fuhr er etwas sanfter fort. "Es muss doch jemanden geben, dem Sie sich komplett anvertrauen können. Und ich meine nicht nur ihre Kindheit. Sie wissen, was Sie für Ihren Bruder getan haben... Das ist jetzt gut ein Jahr her und Sie zucken immer noch bei dem Wort 'Bruder' zusammen. Das ist nicht normal." Er blickte sie ernst von der Seite her an.
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Remy brachte ein kurzes Grinsen zu stande:"Sie wissen...dass ich mit ihm zusammen war!?", dann wurde sie wieder ganz ernst. Sie dachte an House, sah auf sein Bein, als sie zu dem Fenster gegangen war, war er ihr gefolgt, jetzt standen sie schon so lange hier und seine Schmerzen würden dadurch sicher nicht weniger werden.

Sie ging zurück zu ihrem Stuhl und setzte sich. House war ihr an das Fenster gefolgt, er würde ihr auch jetzt folgen und sich wieder zu ihr setzen. Wenn er das nicht sofort tat, dann würde er es sicher eher tun, als wenn sie noch an dem Fenster stand.

"Was sollte mir das bringen?", fragte sie an ihn gewandt.
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"Hab ich keine Sekunde lang vergessen." Er grinste zurück, jedoch auch nur für einen kurzen Moment.

Als Remy dann zu ihrem Stuhl zurückging, folgte er ihr nicht sofort. Sein Bein schmerzte, doch er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Wäre er allerdings zurückgegangen, hätte er Remy zeigen müssen, dass er Schmerzen hatte, also blieb er einfach mit dem Rücken an die Fensterbank mit Blick auf Remy stehen.

Es gab Momente, in denen er ihr am liebsten ins Gesicht geschlagen hätte, um sie endlich zur Vernunft zu bringen. Dies war ein solcher Moment. "Meine Güte! Sie fragen immer, was es Ihnen bringt! Als ob Sie nicht selbst bemerkt hätten, dass es seitdem stetig Berg ein geht! Und wieso? Weil Sie diesen einen Moment, in dem Sie Ihren Bruder umgebracht haben immer und immer wieder in Ihrem Kopf abspielen, und das wird so weitergehen, bis Sie wahnsinnig werden!"
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Remy sah auf ihre Hände, die sie wieder vor sich auf den Tisch gelegt hatte:"Woher wollen sie wissen, was in meinem Kopf vorgeht?"

Sie blickte nicht auf, kehrte in sich und strich sich dann das Haar aus dem Gesicht. Sie merkte erneut, wie die Wärme ihr zusetzte. Ihr Nacken schwitzte unter ihren Haaren wahnsinnig. So fuhr sie sich anschließend auch durch den Teil ihrer langen Haare, die ihren Rücken und ihren Nacken ziehrten.
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Er versuchte, seine Wut zu unterdrücken und dies gelang ihm besser, als erwartet.

"Ich habe auch Patienten verloren. Für mich ist es das ungelöste Rätsel, das mich nicht mehr schlafen lässt. Aber für Sie hat es eine vollkommen andere Bedeutung und hierbei geht es nicht einfach nur um einen Patienten."

Flüchtig bemerkte er noch, dass das Wetter Remy ebenso störte, wie auch ihn, ehe er sich darauf konzentrierte, möglichst schmerzfrei zu seinem Stuhl zurückzukehren, ohne zu wissen, wie er es anfangen sollte.
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"Könnten sie wohl aufhören, unseren Kollegen die Arbeit abzunehmen? Ich dachte, wir kümmern uns hier um Patienten mit Krankheiten, auf die sonst keiner kommt...das nimmt uns auch keiner ab. Was auch gut so ist, schließlich möchte niemand von uns arbeitslos werden. Also lassen sie den Seelenklemptnern ihre Verdienstquelle.", Sie blickte jetzt das erste Mal wieder auf, in der Hoffnung, dass das Thema damit für House ebenfalls erledigt war.

Die Hitze ließ nicht nach, sie fand es schrecklich, die Räume hatten sich trotz aller Versuche es zu verhindern mit der Wärme gefüllt. Die drückende Luft stand jetzt in wohl jedem Zimmer der Klinik.
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