#5 von Remy Hadley » Di 9. Aug 2011, 00:50
Selbst als es bereits auf elf Uhr zuging, beschleunigte House sein Tempo nicht. Im Gegenteil. Mit Seelenruhe schnappte er sich seinen Rucksack und ging, nachdem er ausführlichst gefrühstückt hatte, zu seinem Auto.
Verärgert über sein schmerzendes Bein, warf er seinen Stock auf den Beifahrersitz und schwang sich hinters Steuer.
Eine viertel Stunde später fuhr er auch schon auf den Parkplatz. Trotz, dass er stets zügig fuhr, hatte er heute ziemlich lange gebraucht. Der Verkehr in der Stadt war unerträglich dicht gewesen und hatte ihm das Vorwärtskommen zur Qual gemacht. Glücklicherweise konnte er so wenigstens nach Herzenslust hupen.
Selbst auf dem kurzen Stück Weg, von seinem Parkplatz nahe der Tür bis in die Lobby, war er bis aufs Hemd durchgeschwitzt. Er hasste nichts mehr als solche Hitze und betrat dankbar den klimatisierten Fahrstuhl, nachdem er einige "Guten Tags" der vorbeigehenden Ärzte, Schwestern und Angehörigen großzügig ignoriert hatte.
Seine Assistenzärzte mussten schon längst da sein, obwohl er sich insgeheim fragte, warum diese Idioten nicht einfach später kamen. Sie mussten doch langsam wissen, dass er auch erst gegen Mittag eintraf.
Als er den Lift verließ und den Gang zum Büro entlanglief, versuchte er, sein rechtes Bein bewusst stärker zu belasten, gab den Versuch jedoch schnell wieder auf und bog um die Ecke. Durch die Glaswand konnte er bereits Remy sitzen sehen, die damit beschäftigt war, ihr verschüttetes Wasser aufzuwischen.
"You spend your whole life looking for answers, because you think the next answer would change something, maybe make you a little less miserable. And you know that when you run out questions, you don't just run out of answers. You run out of hope. You glad you know that?"(13)
“There is a sacredness in tears. They are not the mark of weakness, but of power. They speak more eloquently than ten thousand tongues. They are messengers of overwhelming grief...and unspeakable love.”(Irving)