Titel: No way back
Autor: Remy Hadley
Fandom: House M.D.
Genre: Drama
Charaktere: Remy Hadley, Robert Chase, Gregory House
Spoiler: Nein
Pairing: 13/House (not Romance!), 13/Chase (wird ne Überraschung)
Disclaimer: Die Figuren von House und Co. gehören nicht mir, sondern NBC Universal, FOX und derer Tochterunternehmen.
Feedback ist sehr erwünscht und könnt ihr hier hinterlassen!
In dieser Story geht es um die zwischenmenschlichen Beziehungen, Liebe, Angst, Vertrauen, Unterstützung. Und es wird gezeigt, dass man auf seine Freunde zählen kann, wenn man sie wirklich braucht.
Kapitel 1
„Dr. Taub, kommen Sie hier rüber, wir brauchen Sie hier!“ – „Moment, ich kann hier im Moment nicht weg… Meine Güte, was ist denn hier los?“ Ein wildes Stimmengewirr war in der Notaufnahme zu hören, in der Hochbetrieb herrschte. Nach einem Auffahrunfall wussten die Ärzte nicht, wo ihnen der Kopf stand, nichts war wie gewöhnlich und jeder einsatzfähige Mediziner wurde in die Notaufnahme abgeordnet, um wieder etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. „Dreizehn, was dauert denn da so lange? Das ist doch nur eine Platzwunde!“ Foremans gereizte Stimme schallte durch die Eingangshalle, denn auf Behandlungsräume wurde schon seit einigen Stunden verzichtet, um schneller voranzukommen. „Ich bin hier gleich fertig.“ Die junge Frau klang gleichermaßen erschöpft und aufgewühlt. „Wo bleibt denn die Verstärkung?“ Wie auf ein Stichwort hin öffnete sich die breite Flügeltür und ein griesgrämig dreinblickender Arzt mit Gehstock betrat den Raum. „Kommen Sie her, jetzt gleich, oder wollen Sie einen Krüppel noch länger hier herumstehen lassen?“ Nur zögernd traten zuerst Chase und Foreman, anschließend Taub und Dreizehn auf ihren Boss zu. „Na also, es geht doch. Los, wir zischen ab“ und drehte sich mit diesen Worten auch schon um, um die Notaufnahme wieder zu verlassen. „Wir können hier jetzt nicht weg.“ House hielt inne, blickte Taub mit einem interessierten Gesichtsausdruck an, und antwortete „Schlechtes Argument. Wir gehen.“ – „Mit welcher Begründung? Cuddy hat uns hierher abgeordnet.“ Noch einmal drehte House sich zum einzigen weiblichen Teammitglied um, doch bevor er antwortete, blieb sein Blick an ihr hängen, mit dem er sie von oben bis unten skeptisch musterte. „Haben Sie Ihren Beruf gewechselt, oder warum sind Sie so voller Blut, als hätten Sie gerade ein Schwein geschlachtet? Mitkommen.“ Noch immer zögernd folgten die Vier House nach oben ins Beratungszimmer.
Vollkommen erledigt ließen sich alle in die Stühle fallen und zogen sich die blutverschmierten Kittel aus. House sah sie belustigt an. „Sie sollten mir danken, dass ich Sie da herausgeholt habe, anstatt mich mit dämlichen Fragen zu löchern, in denen ich Ihnen erläutern soll, ob es ethnisch vertretbar ist, Sie von Ihrer Arbeit abzuhalten, die Ihnen auch noch die Chefin des Krankenhauses zugeteilt hat.“ – „Ja, danke“, antwortete Foreman daraufhin ironisch, „Es ist ja nicht so, dass es unser Job ist und da unten jeder Arzt gebraucht wird. Also weswegen rufen Sie uns hier herauf?“ fragte er nun gereizt. House legte die Stirn in Falten, als ob er angespannt nachdenken würde, doch dann antwortete er nur knapp „Die Lady sah aus, als könnte sie eine Dusche vertragen und ihr Jungs seid bestimmt ganz scharf drauf, dabei zuzusehen.“ Mit diesen Worten verschwand er hinkend in seinem Büro, natürlich nicht ohne die verdrehten Augen von Remy zu bemerken, die nervös an ihren losen Haarsträhnen herum nestelte, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten.
„Er macht mich wahnsinnig.“ Chase fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Es ist House. Er wird sich nie ändern.“ Remy schien nicht überrascht darüber, dass es hier keine größere Katastrophe als in der Notaufnahme gab. „Dich scheint das ja alles überhaupt nicht zu stören!“ Dass Foreman nun noch aufbrausender war, als schon zuvor, wunderte alle drei. Remy blickte ihn schief und aus müden Augen an. „Was sollte mich denn großartig stören? Es ist House, wie ich schon sagte. Was hast du denn jetzt für ein Problem?“ Seit die beiden sich vor zwei Jahren getrennt hatten, gab es nur noch spannungsgeladene Gespräche zwischen ihnen. „Was ich für ein Problem habe? Du stehst unten selenruhig in der NA und nähst eine winzige Platzwunde, wo das Verarzten bei dir eine viertel Stunde in Anspruch nimmt. Keine Ahnung, wieso du so lange gebraucht hast, und jetzt stören dich nicht einmal House’ unqualifizierte Bemerkungen.“ – „Wenigstens benehme ich mich nicht gegenüber meinem Chef wie ein Großkotz!“ Mit diesen Worten rauschte sie aus dem Zimmer und verschwand um die Ecke. „Herzlichen Glückwunsch!“ Chase konnte seinen Kommentar einfach nicht zurückhalten. „Halt du die Klappe, ja?“
Ziellos lief Remy den Gang entlang und schaute stur geradeaus. Sie wollte einfach nur raus aus dem Zimmer; keine Sekunde länger hätte sie es mit Foreman ausgehalten. Stöhnend versuchte sie sein dümmliches Gesicht aus ihren Gedanken zu bekommen, bevor sie vor Wut noch etwas zerschlug. Sie wunderte sich über sich selbst. Normalerweise konnte sie in solchen Situationen ganz ruhig bleiben, warum also plötzlich dieses Aggressivität? Während sie so nachdachte, verlangsamte sie ihre Schritte etwas und beschloss schon bald, sich etwas frisch zu machen. Daher bog sie nach rechts in die Toilettentür ab, wo sie sich eine volle Ladung kalten Wassers ins Gesicht platschen ließ. Sofort fühlte sie sich besser, auch wenn es ihre Sinne nur für einen kurzen Augenblick betäuben würde.
„Wo ist denn Ihre Ex-Flamme hin verschwunden?“ House betrat den Beratungsraum wieder und blickte drein, als ob er den Streit nicht durch die allzu dünne Glaswand hätte hören können. „Wenn Sie nicht riskieren wollen, dass er Sie anfällt, würde ich nicht weiter nachfragen.“ Taub zog die Augenbrauen zusammen und blickte von einem zum anderen. „Ich wollte schon immer mal von Foreman besprungen werden“, gab House nur in vollem Ernst zurück und lehnte sich gegen die Tischkante neben Foremans Sitzplatz. Dieser wendete sich theatralisch ab. Zunächst sagte keiner ein Wort, dann drehte Foreman sich schließlich um. „House, was genau wollen Sie?“ – „Keine Ahnung. Ich hatte nur einen geilen Hintern aus der Tür verschwinden sehen und kam aus irgendeinem unbegreiflichen Grund darauf, dass Sie der Auslöser für diesen Eindruck waren.“ Mit einem selbstgefälligen Schnaufen stand Foreman kopfschüttelnd auf, griff sich seinen Kittel und verschwand wieder nach unten in die Notaufnahme, wo es inzwischen immer chaotischer zuging. „Also nur noch wir drei. Spielen Sie Skat?“
Remy trat gerade aus der Toilettentür, als Foreman an ihr vorbeigestürmt kam, ohne sie auch nur anzusehen. Etwas unentschlossen stand sie nun an die Wand gelehnt im Gang und überlegte, ob sie zurück gehen sollte, oder einfach in ihr Appartement fuhr, als ihr einfiel, dass der Autoschlüssel in ihrer Manteltasche steckte, die im Beratungszimmer hing. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als sich wieder den Demütigungen und schmutzigen Phantasien von House zu unterziehen.
„Glauben Sie, sie kommen zurück?“ Chase ließ den Blick nicht von der Glastür, die direkt auf den Gang führte. „Der Rappe wird wohl zu Cuddy zurückgaloppieren und petzen, aber Dreizehn geht bei diesen Temperaturen nicht ohne ihren Mantel nach draußen, schließlich wäre es ziemlich hirnlos sich noch eine Infektion einzufangen, wo man sich doch schon den Körper voll Antidepressiva und anderen Kram pumpt, um nicht aus den Schuhen zu kippen.“ Taub und Chase fuhren gleichzeitig mit dem Kopf herum. „Sie schluckt Antidepressiva?!“ Chase blieb beinahe der Mund offen stehen. „Neeeiiiin! Der Grund für ihre ignorante Mir-ist-alles-egal-Stimmung ist einfach gute Laune. Hat man ja bekanntlich, wenn man Mitte zwanzig ist und nur noch ein paar Jährchen zu leben hat.“
Die darauffolgende Stille wurde erst durchbrochen, als Remy den Raum betrat, zur Kaffeemaschine ging und sich eine Tasse eingoss. „Ist was passiert? Oder warum schaut ihr mich an, als ob ich von einem anderen Stern käme?“ Sie versuchte ein missglücktes Lächeln und setzte sich wieder an ihren Platz. „Nein, wir hatten uns nur gerade gefragt, ob Foreman und Sie es jetzt im Fahrstuhl treiben würden, nichts weiter.“



