Don´t stop believin´ [FF]

Moderator: Housekatze

Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#1  von Sandy House » Do 7. Jul 2011, 18:36

Titel: Don´t stop believin´
Autor: Sandy House
Fandom: House M.D.
Charaktere: Gregory House :house16: , John House, Blythe House und einige mehr
Spoiler: Nein
FSK: ab 16

Disclaimer: Die Figuren von House und Co. gehören nicht mir, sondern NBC Universal, FOX und derer Tochterunternehmen.

In dieser FF geht es um die High School Zeit von House. Sie ist in der Ich-Form geschrieben, also aus House´Sicht.


Hier könnt ihr mir Feedback geben:

Mein erster Tag an einer neuen Schule

Heute habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder eine amerikanische High School besucht, in Michigan. Dort wohne ich nun wieder seit kurzem. Ich war schon auf sehr vielen Schulen auf der ganzen Welt. Ständig zieht meine Familie um. Echt ätzend. Man bekommt zwar viel zu sehen, aber kaum hat man sich irgendwo eingelebt, dann muss man schon wieder weg.

Ich bin Einzelkind und wurde am 15.05.1959 im Bundesstaat Illinois geboren. Mein Dad ist bei der Army bei den Marine Corps Piloten und meine Mom ist Hausfrau. Ich hasse ihn. Also, John, meinen Vater. Er ist ein unglaublich strenger Mann, der sehr viel von Ordnung und Disziplin hält. Kein Wunder, schließlich ist er bei der Army. John kotzt mich echt an mit seinen moralischen Ansichten und Vorschriften. Dass er mir des Öfteren eine Tracht Prügel verpasst, mich im Garten schlafen lässt oder mich in ein Eisbad steckt, nur um ein paar Beispiele seines Bestrafungskatalogs zu nennen, ist noch nicht alles.

Allerdings kann Dad mich nicht mehr so verprügeln und bestrafen wie früher als ich noch ein Kind war. Mittlerweile weiß ich mich schon zu wehren. Doch meine Gegenwehr nützt am Ende auch nicht viel. Im Gegenteil, er bestraft mich sogar meistens noch härter. Aber nun genug gequatscht. Kommen wir endlich auf den Punkt. Ich kann es eigentlich nämlich gar nicht leiden, wenn man immer nur labert und labert.

Also heute Morgen klingelte schon früh mein Wecker und riss mich aus dem Schlaf. Als ich einen Blick auf die roten Leuchtziffern des Weckers warf, stellte ich fest, dass es sieben Uhr war. Ich tastete im Dunkeln nach dem Ausschaltknopf und anschließend nach dem Schalter meiner Nachttischlampe, die ich anschaltete. Immer noch schlaftrunken und vor mich hin brummend richtete ich mich widerwillig vom Bett auf, machte aber immer noch keine Anstalten es zu verlassen. Stattdessen blieb ich einfach noch ein bisschen auf dem Bett sitzen.

Doch mit der Ruhe war es sowieso endgültig vorbei, denn nun betrat meine Mom mein Reich und das ohne anzuklopfen. Na ja, ich platze auch einfach irgendwo in andere Leute Zimmer ohne anzuklopfen, aber das tut jetzt sowieso nichts zur Sache. Ich tue immer genau das Gegenteil von dem, was John von mir will. Nennt mich deswegen ruhig einen Rebell. Das ist mir scheißegal. Aber ich schweife schon wieder ab. Verdammt! Das ist sonst gar nicht meine Art. Also meine Mom, Blythe, platzte einfach in mein Zimmer und begrüßte mich freundlich mit folgenden Worten: „Guten Morgen, mein Schatz. Zeit zum Aufstehen. Du hast Schule. Das weißt du doch, Gregory.“
„Guten Morgen, Mom. Ich bin ja schon wach. Hetz mich nicht.“, brummte ich noch verschlafen und nicht gerade gut gelaunt. Ich gehöre zur Kategorie der Langschläfer und bin deshalb gar nicht begeistert, wenn ich früh aufstehen muss. Aber ich muss wohl. Die Pflicht ruft.

Meine Mom seufzte kurz und verschwand mit den Worten: „Lass dir aber nicht zu lange Zeit, Greg. Ich bin schon mal unten in der Küche, um das Frühstück zu machen.“ Mürrisch vor mich hin grummelnd stand ich auf und ging zu meinem Kleiderschrank um mir meine Klamotten für den heutigen Tag rauszusuchen. Ich öffnete die Tür des Schranks, die mit Postern diverser Rockbands dekoriert war, ebenso wie die Wände in meinem Zimmer. Ich nahm eine Jeans und ein T-Shirt einer Rockband heraus. Dann holte ich noch frische Unterwäsche und Socken. Mit den Sachen beladen ging ich rüber ins Badezimmer, um mich umzuziehen und frisch zu machen.

Als ich damit fertig war, ging ich die Treppe hinunter und in die Küche, wo meine Mom und John schon auf mich warteten. Ohne eine Begrüßung setzte ich mich an den Tisch. Meine Eltern waren schon dabei das Frühstück zu verspeisen. Als ich mir nun ebenfalls etwas zu Essen holte, blickte mein Dad mich streng an und sagte unfreundlich: „Was sagt man zur Begrüßung, Bursche? Sei nicht immer so unhöflich, Junge. Oder willst du, dass ich dir wieder eine Lektion erteile? Wann lernst du endlich dich zu benehmen?“ Ich rollte nur mit den Augen und verkniff mir einen Kommentar. Er konnte mich mal. Ich habe es mir sowieso zur Aufgabe gemacht, immer genau das Gegenteil von dem zu tun, was er von mir will. Nennt es ruhig kindlichen Trotz, ist mir egal. Mir ist es sowieso scheiß egal, was die anderen von mir denken. Ich ziehe immer mein Ding durch.
„Willst du mich etwa provozieren, Junge?“, fuhr er mich nun wütend an.
„John, bitte. Greg meint es bestimmt nicht böse. Er ist bestimmt nur müde und heute ist außerdem sein erster Tag an einer neuen Schule. Vielleicht ist er davor etwas nervös. Sei doch bitte nicht so streng mit ihm, Schatz.“, wandte sich meine Mutter nun an ihn.
„Blythe, sei nicht immer so nett zu ihm und nimm ihn nicht immer in Schutz. Der Junge verweichlicht ja total. Ich will, dass er später mal in meine Fußstapfen tritt, ein waschechter Mann wird und zur Army geht und dort Karriere macht.“, antwortete er ihr.

Ich aß so schnell es ging auf, schnappte meinen gepackten Rucksack, sagte noch kurz: „Bye, Mom. Wir sehen uns heute Nachmittag.“ und dann verschwand ich eiligst aus dem Haus, damit ich mir dieses dumme Gelaber von John nicht mehr anhören musste.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichte ich die Haltestelle und wartete darauf, dass der gelbe Schulbus kam. Außerdem hatte ich meine Basecap von den New York Yankees angezogen, die ich vorher in meinem Rucksack verstaut hatte. Ein paar Minuten später kam dieser schließlich und ich stieg zusammen mit den anderen Kids und Teenagern ein. Der Bus war schon ziemlich voll und ich bekam gerade noch den letzten Sitzplatz neben einem Jungen, der wie einer der typischen Looser aussah. Der gehörte ganz bestimmt nicht zu den coolen und beliebten Kids an der Schule. Er trug abgenutzte Kleidung, so wie die aussah, sehr wahrscheinlich aus zweiter Hand, hatte eine langweilige Frisur und sah ziemlich streberhaft aus. Aber da das mein erster Tag hier war, sollte ich mir wohl besser kein Urteil über andere erlauben. Wortlos setzte ich mich neben den Typen und schaute mich um.

Es war wie überall an den Schulen. Natürlich. Die Coolen ärgern die Außenseiter, die Verlierer. So ist eben die Rangordnung. Egal ob man in den USA oder sonst wo auf der Welt ist. Zu den angesagten Schülern gehören meistens die, die in Sportmannschaften der Schule mitspielen, egal welche Sportart es ist und die Cheerleader. Außerdem kommen auch Ämter wie zum Beispiel Klassensprecher und Schulsprecher gut an, falls man beliebt ist. Ich beobachtete also wie die ranghöheren die rangniedrigeren wieder ärgerten. Sie nahmen ihnen einfach Sachen oder sogar Geld ab.

Ich war froh, als der gelbe Schulbus endlich vor der Schule hielt und ich aussteigen konnte. Doch damit fing der Ärger gerade erst an.
„Hey, Neuer. Bleib sofort stehen!“, rief jemand von hinten, als ich gerade mit meinem Rucksack das Schulgebäude betreten wollte.
„Hey, Mann. Alter, was hast du für ein Problem?“, sagte ich genervt und drehte mich um.
„Was hast du gesagt? Willst du etwa Ärger? Dann mach nur weiter so, Neuer und du landest im Müllcontainer, klar?“, bekam ich vom Anführer der Bande zur Antwort. Ich wollte gerade etwas erwidern, als ein Lehrer auftauchte und sich an uns wandte.

„Gibt es hier ein Problem?“, erkundigte er sich.
„Nein, Mr. Jackson. Es ist alles in Ordnung.“, antwortete der Unruhestifter scheinheilig. Der Lehrer sah zwar ungläubig drein, ließ uns aber dennoch allein zurück. Ich stellte mich schon darauf ein, mich gleich verteidigen zu müssen und dass jeden Moment eine ordentliche Prügelei in Gang kommen würde, doch es kam anders.
„Wir sehen uns, Neuer. Beim nächsten Mal hast du vielleicht nicht so viel Glück.“, wandte sich der Bandenanführer an mich und ging zusammen mit seiner Clique ins Schulgebäude und auch ich betrat nun die Schule. Denn die Schulglocke hatte schon bereits geläutet. Es wurde Zeit ins Klassenzimmer zu gehen, bevor ich mir schon am ersten Tag Nachsitzen wegen Zu- Spät- Kommens-zum-Unterricht einhandelte.

Als ich endlich das richtige Klassenzimmer gefunden und es betreten hatte, sah ich, dass alle schon anwesend waren, auch der Lehrer.
„Ah, Sie sind bestimmt der Neue. Klasse, heißt alle euren neuen Mitschüler Gregory House willkommen. Suchen Sie sich bitte einen freien Platz.“, sagte er und wandte sich beim letzten Satz an mich. Ich seufzte und nahm widerwillig auf einem Platz in der letzten Reihe am Fenster Platz. Als erstens stand Spanisch auf dem Stundenplan, allerdings konnte der Unterricht mich nicht wirklich fesseln. Es war ziemlich langweilig, denn ich kann bereits schon ziemlich gut spanisch sprechen. Kein Wunder, ich habe schließlich schon einige Zeit in Mexiko verbracht und dort gelebt. Wie schon gesagt, ich bin schon weit rum gekommen.

Während der Lehrer also vorne an der Tafel stand, ich glaube er heißt Mr. Schuster und ist auch mein Klassenlehrer, ich habe es nicht so mit Namen, also auf jeden Fall stand er vorne an der Tafel erklärte etwas und schrieb einige Sätze an die Tafel, natürlich alles auf spanisch. Ist ja klar. Doch ich folgte dem Unterricht nur halb, wenn überhaupt. Gelangweilt schrieb ich alles auf und widmete dann meine Zeit damit ein paar Kritzeleien auf meinen Block zu machen. Doch das war nach einiger Zeit auch nicht mehr interessant genug. Also beschloss ich einen Papierflieger zu basteln. Als ich damit fertig war, konnte ich es natürlich nicht lassen mein Kunstwerk auch auszutesten.

Leider änderte der Flieger seine Flugbahn in eine Richtung, die mir nicht gefiel. Das Papierflugzeug landete direkt am Hintern des Lehrers, der sich immer noch der Tafel zugedreht hatte. Doch nun drehte er sich um und fragte verärgert: „Wer war das?“ Ich setzte meine Unschuldsmiene auf, doch so ein oller Strebertyp, eine echt miese Petze und Kollegenschwein verpfiff mich.
„Der Neue war´s, Mr. Schu.“, sagte er und deutete mit dem Finger auf mich. Ich rollte mit den Augen. Echt super! Das hieß mit Sicherheit nachsitzen und das an meinem 1. Tag hier.
„Das bedeutet Nachsitzen für Sie, Mr. House.“, sagte der Lehrer streng zu mir und ich musste nach vorne kommen, um mir meinen Schein fürs Nachsitzen abzuholen.

Der Rest des Schultages verlief ohne weitere Vorkommnisse, doch mir graute es schon davor nach Hause zu kommen. Wenn John vom Nachsitzen erfährt, ist die Hölle los. Das könnt ihr mir glauben.
Zuletzt geändert von Sandy House am Di 15. Nov 2011, 14:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#2  von Sandy House » Di 12. Jul 2011, 16:38

Böser John. :evil: :klappstuhl: :strafe: :peitsch:

Bestrafung

Kaum war ich zu Hause da blaffte mich auch schon mein Alter an.
„Wo kommst du denn her, Bursche?“, fuhr er mich unfreundlich an.
„Wo soll ich schon her kommen? Von der Schule.“, antwortete ich genervt und rollte mit den Augen.
„Das habe ich genau gesehen. Du brauchst nicht mit den Augen zu rollen, Junge. Warum kommst du erst so spät nach Hause? Hattest du etwa Nachsitzen?“ Seine Stimme wurde lauter.
„Das geht dich überhaupt nichts an, klar?“, antwortete ich gereizt. John raubt mir echt den letzten Nerv. Ich versuchte so schnell wie möglich in mein Zimmer zu kommen und mich dort zu verbarrikadieren, um meine Ruhe zu haben.

Doch Dad machte meinem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Er baute sich genau vor der Tür auf und verschränkte die Arme.
„Lass mich durch.“, sagte ich gereizt.
„Vergiss es. Du weißt genau, was jetzt kommt. Es ist mal wieder Zeit dir eine Lektion zu erteilen,“, antwortete John und seine Stimme gewann noch an Lautstärke.
„Was für eine Bestrafung hast du dir denn diesmal für mich ausgedacht?“, erkundigte ich mich augenrollend.
„Das wirst du schon sehen.“, sagte er und sein Mund verzog sich zu einem fiesen Grinsen. Das gefiel mir ganz und gar nicht.
„Gleich bist du nicht mehr so vorlaut, Bursche. Keine Marnieren, keinen Sinn für Ordnung und Regeln. Was soll nur aus dir werden?“, blaffte er und zog mich grob an meinem Arm in mein Zimmer und knallte die Tür laut hinter sich zu.
„Au! Lass mich los!“, rief ich, doch natürlich hörte mein Vater nicht auf mich.

Als wir im Zimmer waren, löste er schließlich doch den Griff, aber nur um seinen Gürtel aus der Hose zu ziehen. Anschließend forderte er mich auf, den Rucksack, den ich noch immer auf dem Rücken trug, auszuziehen, mich umzudrehen und die Hose herunterzuziehen. Doch ich befolgte seine Anweisung nicht. Er konnte mich mal.
„Umdrehen und Hose ausziehen habe ich gesagt! Na wird´s bald!“, schrie er nun wieder in seinem Befehlston, den er auch bei den Soldaten in der Army anwendet. Als ich immer noch nicht darauf reagierte, drehte er mich grob um.
„Wenn du jetzt immer noch nicht hörst, dann wird deine Strafe noch höher auffallen. Das garantiere ich dir, Bursche.“ Seine Stimme war nun so laut, dass garantiert die ganze Nachbarschaft mitbekam, was los war. Widerwillig zog ich schließlich doch meine Hose runter. Ich wusste schon auf was ich mich gefasst machen konnte. John schwang nun den Gürtel wie eine Peitsche und versohlte mir damit den Hintern. Er verpasste mir ein paar schmerzhafte Hiebe, dann durfte ich meine Hose wieder anziehen und er verschwand wieder aus meinem Zimmer.

Ich hasse ihn. Aber die Strafe hätte noch härter ausfallen können, denn manchmal benutzt er auch einen Bambusstock um mich zu schlagen, der hinterlässt noch üblere Spuren. Aber es tut so schon weh genug. Wenn ich vor Schmerzen schreie, dann sagt er immer ich solle mich nicht so anstellen, Was einen nicht umbringt, das macht einen stark. Das ist sein Motto. Total bescheuert. So ein Schwachsinn.

Mein Hintern schmerzt wie die Hölle. Kein Wunder. Dort wo John zu geschlagen hat, sind deutlich rote Striemen erkennen. Da wird es mir die nächste Tage wohl schwer fallen zu sitzen. Das wird eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit.

Alles nur wegen meinem Alten. Ich hasse ihn. Dabei ist er gar nicht mein biologischer Vater. Das weiß ich schon seit meinem 12. Lebensjahr. Nein, ich habe keinen Vaterschaftstest machen lassen. John würde mich umbringen. Aber es gibt ganz eindeutige Hinweise und Beweise. Mein biologischer Vater ist ein Freund der Familie und ein christlicher Prediger namens Thomas Bell. In dem Sommer als ich 12 war, habe ich im Zorn, als mein Stiefvater mich mal wieder wegen einer Kleinigkeit bestrafen wollte, an den Kopf geworfen, dass er überhaupt nicht mein Vater ist. Die Reaktion daraufhin war, dass er zwei Monate lang nicht ein Wort mit mir gesprochen hat. Das was er zu sagen hatte, hatte er abgetippt und unter der Zimmertür durchgeschoben.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#3  von Sandy House » Mi 20. Jul 2011, 17:08

Campingausflug

Endlich war Wochenende. Die erste Woche an der neuen Schule habe ich überstanden. Doch so wirklich freuen konnte ich mich über die zwei freien Tage, die vor mir lagen, nicht. Als ich am Freitagnachmittag von der Schule nach Hause kam, machte John eine Ankündigung, die mir gleich schlechte Laune bereitete.

„Greg, wir beide werden gleich morgen früh einen kleinen Campingausflug machen, zusammen mit ein paar Kameraden aus der Army. Was hältst du davon, mein Junge?“, verkündete er und klopfte mir kräftig auf die Schulter. Die Antwort konnte er sich doch eigentlich schon denken. Ich finde es echt mies. Zum Kotzen. Ihr denkt jetzt vielleicht Campingausflüge mit dem Vater sind doch schön, aber da habt ihr noch keine mit meinem Dad mitgemacht. Die Trips mit meinem Alten und seinen Army Kumpels sind ätzend. Ihr werdet schon noch früh genug erfahren wieso.

Da ich absolut keine Lust auf Schläge hatte, verkniff ich mir einen Kommentar dazu und nickte nur. John sah mich mit seinem bohrenden Blick intensiv an. Er wartete wohl immer noch auf eine Antwort. Also ließ ich mich zu einem kurzen „Ja, klingt gut.“, hinreißen, damit ich endlich meine Ruhe vor ihm hatte, zumindest für die nächsten Stunden. Mein Tonfall, mit dem ich diese Worte ausgesprochen hatte, sprühte natürlich nur so vor Sarkasmus. Schließlich sollte mein Alter nicht auf falsche Gedanken kommen. Aber der weiß sowieso hundertprozentig, was ich davon halte.

„Sprich nicht in so einem Tonfall mit deinem Vater. Geh in dein Zimmer." Diesen Gefallen tat ich ihm sogar liebend gern. Ich hatte sowieso vorgehabt dorthin zu gehen. Kaum hatte ich den Raum betreten, sperrte ich die Tür hinter mir ab. Endlich hatte ich meine Ruhe. Ich warf den Rucksack neben meinen Schreibtisch. Die Hausaufgaben konnten ruhig noch ein wenig warten. Die waren sowieso im Nu erledigt. Die Schularbeiten sind doch keine Herausforderung für mich.

Stattdessen suchte ich eine der vielen Singles und LP´s aus meiner ziemlich umfangreichen Sammlung heraus und legte die Schallplatte auf den Plattenspieler. Es war eine von den "Rolling Stones".

Ich machte es mir auf meinem Bett bequem, legte mich hin und schloss die Augen, um den Klängen der Musik zu lauschen. Ich genoss es, denn ich liebe Musik. Kein Wunder. Schließlich spiele ich selbst Klavier und Gitarre und singen kann ich auch ganz gut.

Schon als Kind, im Alter von 6 Jahren, habe ich angefangen Klavier zu spielen und an der Junior High School habe ich damit begonnen ein Lied zu komponieren, es aber nicht vollendet. Ich spiele leidenschaftlich gerne Klavier, Gitarre und Mundharmonika. Das ist meine Passion. Musik fasziniert mich einfach. Meine Gitarre habe ich bekommen, als ich in der 8. Klasse war.

Mich faszinieren auch Rätsel und Puzzle. Ich will immer auf alles eine Antwort finden. Ich kann es kaum ertragen keine Lösung für etwas zu finden.

Doch ich schweife schon wieder ab. Was für ein Scheiß. Also ich war immer noch ganz tief versunken in die Musik, als es an meine Zimmertür klopfte. Da es aber kein lautes Hämmern war und dieses nicht von lautem Geschrei begleitet wurde, ging ich sehr stark davon aus, dass es sich nur um meine Mom handeln konnte.

Ich stand auf, ging zur Tür, sperrte auf und öffnete und dreimal dürft ihr raten, wer davor stand. Natürlich meine Mutter. Ich hatte mich also nicht geirrt. Selbstverständlich nicht.
„Was gibt´s, Mom?“, erkundigte ich mich bei ihr.
„Nichts. Ich wollte dir nur einen kleinen Snack bringen. Dein Vater ist im Moment im Garten. Wenn er das mitbekommen würde, würde er wieder sagen, dass ich dich zu sehr verwöhne. Mag sein, dass das stimmt, aber ich tue es gerne, weil ich dich liebe, Greg.“, antwortete sie freundlich lächelnd und hielt mir den Teller mit selbstgemachten Sandwiches hin, den sie in der Hand hielt.
„Ich dich auch, Mom.“, antwortete ich lächelnd und umarmte sie. Blythe hätte wirklich einen besseren Ehemann verdient. Meine Mutter ist eigentlich viel zu gut für John.

„Lass es dir schmecken, mein Schatz.“ Mit diesen Worten verabschiedete sie sich von mir. Ich bedankte mich und ging zurück zu meinem Bett. Dort angekommen setzte ich mich mit samt den Teller darauf und fing an zu essen. Das Essen meiner Mom schmeckt wirklich unglaublich lecker. Sie kann sehr gut kochen, im Ernst. Jeder Bissen ist ein wahrer Genuss. Ab und zu nahm ich auch einen Schluck aus der Cola Flasche, die auf meinem Nachttisch stand.

Nach dem Abendessen entschied ich mich doch dazu meine Hausaufgaben zu erledigen. Das würde sowieso nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen und wer wusste schon, wann John und ich von diesem blöden Ausflug in die Wildnis zurückkommen würden.

Kaum war ich fertig und hatte das Heft mit den Mathehausaufgaben zugeschlagen, da hämmerte es an die Tür.
„Mach auf, Greg! Verdammt, Bursche! Bist du taub oder warum hörst du nicht auf das was ich sage? Jetzt öffne schon diese Tür!“ Tja, John war wohl ziemlich sauer darüber, dass ich sein Klopfen einige Zeit ignorierte hatte. Denn er hatte schon vor ein paar Minuten angeklopft, doch ich hatte es nicht unbedingt für nötig gehalten ihm zu öffnen, doch jetzt wurde es wohl an der Zeit, bevor er wieder seine Agressionen an mir ausließ. Verdammt! Ich bin doch kein Punchingball.

Kaum hatte ich die Tür geöffnet, fuhr er mich an: „Man hört gefälligst auf das, was der Vater zu einem sagt. Das gehört sich einfach so.“ Dabei bewarf er mich mit ordentlich viel Spucke.
„Ja, ja. Schon klar. War´s das jetzt mit deiner Moralpredigt oder kommt noch mehr?“, antwortete ich mutig und schlagfertig. Ein Augenrollen konnte ich mir auch nicht verkneifen. Er wollte seine Hand schon zu einem Schlag ansetzen, doch ich war schneller, packte sie blitzschnell und hielt sie fest.
„Was soll das? Lass gefälligst los, Junge!“, sagte mein Dad mürrisch und sah mich mit zornigem Blick an. Ja, ja. Der berühmtberüchtige böse Blick. Doch der zieht bei mir nicht.

„Ich wollte dir nur sagen, dass du morgen deine Kleidung mit den Tarnfarben anziehen sollst. Du weißt schon, die Sachen im Army Stil, die du hast.“, wandte er sich nun schon etwas ruhiger an mich. So langsam schien er sich wieder etwas zu beruhigen. Wahrscheinlich, weil er morgen wieder voll in seinem Element sein konnte mit seinen Kumpels.
„Okay. War´s das oder kommt noch was?“, sagte ich und wollte ihm schon den Rücken zu kehren, als er antwortete: „Benimm dich.“ Darauf sagte ich nichts, sondern rollte nur mit den Augen, als er es nicht sah.

Als er wieder weg war, ging ich zum Kleiderschrank und holte die gewünschten Klamotten heraus. Ich hasse diese Sachen. Außerdem suchte ich nun noch einige andere Dinge heraus und packte sie für unseren Ausflug ein.
Zuletzt geändert von Sandy House am Di 15. Nov 2011, 14:46, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#4  von Sandy House » Di 15. Nov 2011, 14:47

Ankunft in der Wildnis oder Willkommen in der Hölle

Am nächsten Morgen riss mich schon früh das Geräusch einer Trillerpfeife aus dem Schlaf. Mürrisch vor mich hin grummelnd warf ich einen Blick auf die roten Leuchtziffern meines Weckers. Es war gerade mal fünf Uhr morgens. Mein Vater spinnt und zwar total! Ist der bescheuert oder was? Der kann mich doch nicht schon so früh aus dem Bett werfen. Es war ja noch mitten in der Nacht.
„Aufstehen! Na los!“, rief er nun laut und stemmte die Hände in die Hüften. John stand genau vor meinem Bett. Warum musste der sich zu Hause auch so aufführen als wäre er bei der Army?

Das Gebrüll hätte er sich wirklich sparen können. Ich war sowieso schon wach durch diese dämliche Trillerpfeife.
„Ja, ja. Hetz doch nicht so. Es ist ja noch mitten in der Nacht.“, antwortete ich noch schlaftrunken und richtete mich auf.
„Nein, es ist schon Morgen, Greg. Wir wollen früh los, also komm gleich runter, nachdem du dich etwas frisch gemacht hast. Deine Mutter hat schon das Frühstück zubereitet.“, sagte er nun schon freundlicher und klopfte mir leicht auf die Schulter. Ich sagte nichts dazu, doch mein Vater schien sich damit zufrieden zugeben, denn er verließ wortlos mein Zimmer.

John ging wieder nach unten, während ich ein paar Klamotten aus meinem Kleiderschrank nahm und dann ins Badezimmer verschwand, um mich frisch zu machen. Fertig umgezogen und zurecht gemacht ging ich dann ebenfalls die Treppe runter und leistete meinen Eltern, die schon in der Küche am Esstisch saßen, Gesellschaft.

Ich nahm neben meiner Mom Platz, die mich freundlich begrüßte.
„Guten Morgen, mein Schatz. Hast du gut geschlafen?“, erkundigte sie sich mit einem Lächeln bei mir.
„Ja, hab ich. Zumindest bis Dad mich aufgeweckt hat.“, brummte ich schlecht gelaunt.

„Das musste ich auch. Wenn ich warten würde, bis du ausgeschlafen hast, dann wären wir noch heute Mittag hier. So lange kann ich meine Kameraden nicht warten lassen.“, mischte sich John in unsere Unterhaltung ein.
„Dann fahr doch einfach alleine und lass mich hier. Das wäre sowieso viel besser. Ich verstehe sowieso nicht wieso ich da unbedingt immer mit muss.“, schlug ich ihm vor.

„Nein, vergiss es. Diese Ausflüge tun dir gut. Wir werden richtige Männersachen machen. Ich will nicht, dass du verweichlichst. Schließlich sollst du später auch mal zur Army, so wie ich.“, gab er nicht nach. Ich hatte ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet. Augenrollend wandte ich mich wieder dem Essen zu. Es gab Rühreier mit Schinken und Pancakes mit Ahornsirup.

Da ich ziemlichen Hunger hatte, mein Magen hatte sich schon grummelnd bemerkbar gemacht, schlang ich alles gierig hinunter.
„Wo sind denn deine Marnieren, Junge? Benimm dich gefälligst.“, handelte ich mir dafür prompt einen Tadel von meinem Dad ein. War ja klar, dass das kommen musste. Hätte mich auch echt gewundert, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre.Typisch John mit seinem moralischen Kompass und seinem Sinn für Recht und Ordnung.

„Keine Ahnung wo meine Manieren sind. Die müssen wohl verloren gegangen sein. Was passiert denn, wenn ich mich nicht benehme?“, sagte ich sarkastisch und angriffslustig in Richtung John. Seine Reaktion darauf war, dass er wütend die Hände zu Fäusten zusammenballte, mich anbrüllte und mich wieder mit Spucke bewarf. Warum konnte er seinen Speichel nicht mal bei sich behalten?

„Was sagst du da, Bursche? Ich glaube es wird wieder Zeit dir ein paar Marnieren beizubringen!“, schrie er wütend und gestikulierte wild mit seinen Fäusten in der Luft.

Doch meine Mom stellte sich gleich schützend auf meine Seite.
„Er meint es bestimmt nicht böse, Liebling. John, bitte. Könnt ihr beide euch nicht mal vertragen? Tut es mir zuliebe. Greg, sei bitte etwas netter zu deinem Vater. Er meint es bestimmt nur gut.“, versuchte sie zwischen uns zu vermitteln und den Streit zu schlichten.

„Nur wenn er es auch tut.“, antwortete ich zähneknirschend. John raubte mir schon wieder den letzten Nerv und das schon so früh am Morgen. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, um ihm nicht einige Dinge an den Kopf zu werfen, die er mit Sicherheit nicht gerne hören würde.

„So ein Verhalten kann ich unmöglich tolerieren, Blythe. Mein Vater hat mich auch sehr streng erzogen. Eine strenge Erziehung hat noch nie geschadet.“, wandte er sich an meine Mom. Wenn er bloß wüsste, was er da wieder für einen Schwachsinn labert. Wenn ich so was bloß schon höre, zum Kotzen.

Ich rollte mit den Augen und wollte schon vom Tisch aufstehen, als meine Mutter mich zurückhielt.
„Was ist denn, Mom? Ich bin fertig mit dem Frühstück. Ich habe alles aufgegessen.“, sagte ich zu ihr und zeigte ihr meinen leeren Teller, den ich in der Hand hielt, um ihn zur Spüle zubringen.
„Das weißt du genau, Greg. Ihr beide solltet euch vertragen bevor ihr losfahrt, sonst hat keiner von euch seinen Spaß bei dem Ausflug und das wollt ihr doch nicht, oder?“, antwortete sie freundlich lächelnd.

„Wir werden sowieso keinen Spaß haben, ich zumindest nicht. Also spielt es keine Rolle. Aber trotzdem danke, Mom. Ich weiß deine Mühe zu schätzen.“, entgegnete ich bemüht freundlich zu klingen. Allerdings konnte sie es vergessen, dass es je zu einer großen Versöhnung zwischen mir und meinem Vater kommt. Dafür hat John einfach schon viel zu viel kaputt gemacht.

„Du hast den frechen Bengel gehört, Blythe. Aber ich habe jetzt keine Zeit mehr mich mit ihm herumzuärgern. Wir müssen los.“, sagte er und stand vom Tisch auf.
„Ich wünsche euch viel Spaß, Liebling. Ich habe euch ein wenig Proviant zusammengestellt für die Fahrt.“, sagte Blythe fröhlich zu ihrem Mann. Meine Mutter ließ sich ihre gute Laune so schnell nicht verderben. Na ja, sie war unsere Auseinandersetzungen ja gewohnt. Das geht schließlich schon so seit ich ein kleiner Junge war. John hat mir bereits im Kleinkindalter die Hölle heiß gemacht, wenn nicht sogar als ich noch ein Baby war.

Die beiden verabschiedeten sich nun küssend voneinander, dann holte John sein Gepäck und brachte es zum Wagen. In der Zwischenzeit verabschiedete ich mich von meiner Mom und anschließend konnte ich es nicht lassen meinen Dad zu beobachten. Im Vorbeigehen rief er mir unfreundlich zu: „Steh nicht so blöd rum und schau mir zu, sondern pack lieber mit an. Wo sind eigentlich deine Sachen?“
„In meinem Zimmer.“, antwortete ich augenrollend und rührte mich immer noch nicht vom Fleck.

„Dann geh sie bitte holen und räum sie ins Auto, Greg. Ich will endlich los. Es wird Zeit.“, entgegnete John und setzte seine Arbeit fort.

Widerwillig ging ich die Treppe rauf und in mein Zimmer, um mein Gepäck zu holen. Als ich damit beladen vors Haus kam, wo unser Auto stand, sah ich, dass Dad schon alles im Kofferraum verstaut hatte. Alles bis auf mein Gepäck natürlich.
„Gib her. Ich mach das. Nimm schon mal im Wagen Platz.“, wandte er sich an mich und ich kam seiner Aufforderung augenrollend nach.

Kurze Zeit später nahm er auch im Auto hinterm Steuer Platz und die Fahrt konnte los gehen. Der Albtraum begann. Gelangweilt schaute ich aus dem Fenster und beobachtete die Landschaft. Wie langweilig. Ich gähnte und wäre während der Fahrt fast eingeschlafen. Die Musik, die mein Vater gerne hörte und der Radiosender, den er eingeschaltet hatte, waren auch nicht gerade hitverdächtig.

Nachdem wir einige Zeit gefahren waren, keine Ahnung wie lange, es kam mir jedenfalls wie eine Ewigkeit vor, kamen wir an unserem Ziel an. Es lag mitten in der Wildnis an einem großen See.

„Na, was sagst du, Greg? Ist doch herrlich hier.“, sagte John und stieg aus dem Wagen. Ich folgte ihm, wenn auch eher widerwillig. Mein Dad war gut gelaunt. Wahrscheinlich, weil bald seine Kumpels von der Army ebenfalls hier eintreffen würden, wenn sie nicht schon da waren.

„Klar. Ist echt super hier. Die Zivilisation wird überbewertet. Wer braucht denn schon so was wie Strom und fließendes Wasser?“, entgegnete ich daraufhin sarkastisch.
„Benimm dich.“, ermahnte mich John mit ernstem Ton und erhobenem Zeigefinger.
„Benimm dich.“, äffte ich ihn nach, drehte mich um und setzte mich in Bewegung. Es wurde Zeit sich ein wenig hier umzusehen. Lust dazu hatte ich zwar nicht wirklich, aber dann hatte ich wenigstens meine Ruhe vor meinem Dad.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#5  von Sandy House » Mi 16. Nov 2011, 12:08

Angelwettbewerb

Ich war noch nicht weit gekommen, da rief John mich schon zurück.
„Gregory! Bleib sofort stehen! Hörst du nicht, Junge? Komm gefälligst zurück und hör auf deinen Vater!“, brüllte er. John konnte es wirklich nicht lassen mich herum zu kommandieren. Natürlich hörte ich nicht auf ihn. Ganz im Gegenteil, ich beschleunigte sogar noch die Geschwindigkeit. Doch so schnell ließ sich mein Alter nicht abschütteln.

Genervt musste ich feststellen, dass er mir nun hinterher lief. Allerdings machte ich es ihm ganz schön schwer, denn ich kann ziemlich schnell laufen. Kein Wunder, denn ich bin ziemlich sportlich. Zwar holte Dad mich nicht ein, doch dafür lief ich geradewegs seinen Kumpels in die Arme. Kurze Zeit später traf auch auch mein Vater ein.
„Hey, John. Was ist denn los?“, begrüßte ihn Jonas verwundert. Auch Niclas und Michael waren überrascht, begrüßten uns dann aber auch.

„Nichts. Mein Sohn wollte nur mal wieder Ärger machen.“, sagte mein Alter unfreundlich und sah mich dabei böse an. Aber das war mir vollkommen egal. Ich wollte nur so schnell wie möglich weg von hier. Heute Abend könnte ich mich auf einer Party amüsieren. Doch statt zu feiern, saß ich hier in der Wildnis mit Dad und seinen Kumpels fest.

Als erstes ließ er mich das Zelt aufbauen und dann sollte ich noch Holz für ein Lagerfeuer sammeln. Was für ein Mist! Ich musste die ganze Arbeit machen, während John mit seinen Kumpels abhing. Nach einiger Zeit ließ er sich dann doch dazu herab, zu mir zu kommen. Allerdings nur, um mich zu fragen, ob ich endlich fertig sei, denn er wollte nun mit mir und seinen Freunden angeln.
„Ja, ja. Ich bin fertig. Es wäre schneller gegangen, wenn du mir dabei geholfen hättest.“, antwortete ich bissig und sah ihn nun ebenfalls finster mit meinen eisblauen Augen an.

Ich hatte große Lust den ganzen Krempel einfach hinzuwerfen und wieder nach Hause zu verschwinden. Ich wollte ja eigentlich auch überhaupt nicht hierher kommen. Wenn ich doch bloß schon einen Führerschein hätte, dann wäre ich einfach mit Dads Wagen losgefahren. Aber leider bin ich noch nicht alt genug dafür. Ich kann es kaum noch erwarten endlich 16 zu werden. Aber bis dahin ist es noch ein wenig.

„Jetzt sieh mich nicht so böse an und hilf mir lieber die Angelausrüstung in unserem Boot zu verstauen, Gregory.“, riss mein Dad mich aus meinen Gedanken.
„Wenn´s sein muss.“, sagte ich lustlos und half John dabei die Ausrüstung zu dem kleinen Ruderboot, das am Ufer des Sees vor Anker lag, zu tragen.

Als alles verstaut war und wir darin Platz genommen hatten, verlangte mein Vater doch allen Ernstes, dass ich die ganze Ruderarbeit übernehmen sollte, um uns zur Mitte des Sees zu bringen.
„Warum soll ich eigentlich alles allein machen?“, murrte ich und bekam daraufhin von ihm zur Antwort: „Du bist nun mal jünger als ich, außerdem schadet es dir nicht.“ Daraufhin rollte ich nur mit den Augen.
„Komm schon. Jetzt zieh nicht so ein Gesicht, Junge. Gleich bringe ich dir noch ein paar Tricks bei. Ich habe meinen Freunden einen kleinen Wettbewerb vorgeschlagen. Derjenige, der den größten Fisch fängt, gewinnt und darf entscheiden, was wir als nächstes machen. Wir werden gewinnen, du wirst schon sehen.“, sagte er voller Elan. John war bester Laune, aber die hielt nicht lange an.

Die Fische wollten einfach nicht anbeißen. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, in der wir in dem kleinen Boot saßen und darauf warteten, dass sich etwas tat.
„Oh ja. Ich habe echt viel gelernt, großer Meister.“, konnte ich es nicht lassen einen sarkastischen Kommentar abzugeben.
„Halt einfach die Klappe, du vorlauter Bengel. Du musst Geduld haben. Wir werden bestimmt noch einen Fisch fangen.“, entgegnete mein Dad genervt und unfreundlich. Wahrscheinlich war er so gereizt, weil wir dabei waren zu verlieren. Ich hasse es zwar auch zu verlieren, aber in diesem Fall war es mir scheißegal. Es war hier einfach nur ätzend langweilig und ich wollte nichts lieber als nach Hause.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#6  von Sandy House » Do 17. Nov 2011, 10:30

Weitere Freizeitaktivitäten

Nachdem ich meinem Vater noch einige Zeit zugesehen hatte, riss mir der Geduldsfaden.
„Jetzt gib schon her! Lass mich das machen!“, fuhr ich John genervt an und nahm die Angel an mich, die er in Händen gehalten hatte.
„Na schön. Wenn du meinst, dass du es besser kannst, dann bitte. Nur zu.“, entgegnete mein Dad ebenso gereizt und verschränkte die Arme. Allerdings tat sich bei mir zuerst auch nicht viel. Irgendwann sagte mein Vater dann: „Für´s Angeln braucht man eben Geduld, mein Sohn.“ Ich rollte daraufhin nur mit den Augen. Kluge Ratschläge sorgten auch nicht dafür, dass ein Fisch anbiss.

Als noch weitere Zeit vergangen war, beschlossen mein Vater und ich aufzugeben. Wir wollten gerade zusammenräumen, als ein Ruck durch die Angel ging. Es hatte tatsächlich etwas angebissen.

Kurze Zeit später machten wir uns mit einem großen Fisch im Schlepptau auf den Rückweg zum Ufer. John und ich waren lange unterwegs gewesen. Seine Kumpels waren schon wieder zurück und die Sonne stand schon tiefer im Himmel. Doch es hatte sich gelohnt, auch wenn ich nicht gerade begeistert davon war. Denn mein Dad würde sicher etwas aussuchen, was mir überhaupt nicht gefällt.

Ich hatte natürlich Recht. Es kam genauso wie ich es schon vermutet hatte. Mein Vater hatte sich dazu entschieden, dass wir morgen auf die Jagd gehen. Dazu hatte ich überhaupt keine Lust. Aber erst mal machten wir ein Lagerfeuer.

Die Sonne war schon untergegangen, als wir alle um die prasselnden Flammen saßen und den riesen Fisch brieten, den ich gefangen hatte. Dads Kumpels waren beeindruckt gewesen, John hatte dazu jedoch nur gemeint: „Anfängerglück.“ Na sicher doch. Klar. Der war doch bloß sauer, weil ihm das nicht gelungen ist.

Normalerweise hätte ich ja aussuchen dürfen, was wir am nächsten Tag machen, aber John hatte mal wieder seinen Dickkopf durchgesetzt und mir seine Macht demonstriert. Selbstverständlich außerhalb der Reichweite seiner Kameraden. Schließlich sollen sie doch nicht erfahren was für ein mieser Vater er ist.

Als wir gerade dabei waren den Fisch zu verspeisen, flüsterte ich meinem Vater zu: „Wir sind weit über die Zeit, die du fürs Abendessen festgesetzt hast. Wenn man nur zwei Minuten zu spät zu Tisch kommt, bekommt man nichts mehr zu Essen. Also, heißt das jetzt eigentlich, dass keiner mehr etwas kriegt, auch du nicht.“ Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, während ich ihn an seine dämliche Regel erinnerte. Er hatte noch mehr so bescheuerte Vorschriften auf Lager, aber das würde jetzt zu lange dauern die alle aufzuzählen.

„Vergiss es einfach, okay. Wir machen heute mal eine Ausnahme.“, antwortete er ebenso leise in mein Ohr flüsternd.
„Na, vielen Dank auch. Das ist wirklich zu gütig. Da hat wohl jemand heute seinen großzügigen Tag.“, entgegnete ich daraufhin nur sarkastisch und rollte mit den Augen. Das sagte er doch nur, weil er selber Hunger hat und nicht aufs Essen verzichten will. Wenn nur ich zu spät zum Essen gekommen wäre, wäre ich sicher wieder leer ausgegangen. Meinen knurrenden Magen hätte John ignoriert. Ich weiß wovon ich rede, weil das schön des öfteren der Fall war und sich wohl auch so schnell nicht ändern wird.

Das Jagen am nächsten Tag war auch nicht unbedingt der Hit. Schon früh am Morgen hatte John mich unsanft wach gerüttelt. Noch hundemüde machte ich mich schließlich einige Zeit später mit Dad und seinen Kumpels auf den Weg. Jeder von ihnen mit einem Gewehr und Ausrüstung in der Hand. Ich war der Einzige, der unbewaffnet war.

Wir gingen durch den Wald, legten uns auf die Lauer, eben was man so tut, wenn man auf die Jagd geht. Allerdings machte keiner Beute, aber mir ist das egal. Ich war nur froh, als wir damit fertig waren. Doch damit war das Freizeitprogramm noch nicht beendet.

Jonas schlug eine Wanderung vor, der alle begeistert zustimmten. Alle bis auf mich. Ich fand diese Idee ätzend, musste aber Wohl oder Übel mitkommen. Also ging es über Stock und über Stein mitten durch die unberührte Natur. Also ich kann mir Besseres und Schöneres vorstellen.

Zu allem Übel stürzte John auch noch, weil er über eine vorstehende Baumwurzel gestolpert war und verletzte sich. Nicht schlimm, er hatte sich nur das Bein etwas aufgeschürft. Genervt ging ich mit dem Erste Hilfe Kasten zu ihm, um ihn zu verarzten.
„Das brennt jetzt ein bisschen.“, warnte ich ihn, bevor ich die Wunde reinigte und desinfizierte.
„Au! Das brennt!“, beschwerte er sich prompt, nachdem ich mich an die Arbeit gemacht hatte. Daraufhin rollte ich nur genervt mit den Augen. Genau das hatte ich ihm doch gesagt.

„Halt die Klappe.“, wies ich ihn an. Mein Vater sollte sich bloß nicht beschweren. Wenn er mich bestrafte, kümmerte es ihm doch auch nicht, dass er mir damit weh tat und zwar körperlich und seelisch.

Als die Verletzung gereinigt war, legte ich noch einen Verband an und während ich den Erste Hilfe Kasten wieder einräumte und verschloss, sagte ich dann zu meinem Dad: „So, fertig. Aber pass jetzt besser auf, wo du hinläufst. Du willst doch nicht schon wieder hinfallen, oder?“
„Danke für den Hinweis. Aber ich kann selber auf mich aufpassen.“, antwortete er bissig und stand auf.
„Gern geschehen.“, antwortete ich genauso unfreundlich. John war wirklich undankbar. Aber eigentlich habe ich auch nichts anderes von ihm erwartet.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#7  von Sandy House » Fr 18. Nov 2011, 10:48

Unterrichtsalltag

Das Wochenende ist vorbei. Ich habe den Ausflug mit Dad und seinen Kumpels überstanden, aber nun war Montagmorgen und wieder Schule. Gleich in der ersten Stunde stand Mathematik auf dem Stundenplan. Ich saß auf meinem Platz in der letzten Reihe am Fenster und döste vor mich hin.

Die mathematischen Formeln, die der Lehrer an die Tafel schrieb und erklärte, interessierten mich nicht im Geringsten. Ich wusste schon wie es funktionierte, kannte die Lösungswege und die Ergebnisse. Also wozu noch dem Unterricht folgen?

Ich war müde und konnte mir ein Gähnen nicht unterdrücken, während ich die Berechnungen von der Tafel in mein Heft schrieb. Ein Rundblick genügte, um festzustellen, dass die meisten meiner Mitschüler ebenfalls nicht bei der Sache waren und dem Unterricht genauso wenig folgten wie ich. Tja, das ist eben so bei Mathe.

Ich war schon fast eingeschlafen, als Mr. Stone mich aus dem Schlaf riss.
„Gregory, komm an die Tafel und löse diese Gleichungen.“, wies er mich an und drückte mir ein Stück Kreide in die Hand. Genervt stand ich auf und ging nach vorne an die Tafel, um die Aufgaben zu lösen. Zum Glück waren die ein Kinderspiel für mich, sonst hätte das wohl Ärger bedeutet. Im Nu hatte ich die Lösungen samt Rechenwege aufgeschrieben und konnte mir ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen, als ich den verwunderten Blick des Mathelehrers sah.

„Äh, ja. Wie es aussieht, hast du doch aufgepasst. Du kannst dich wieder hinsetzen.“, stammelte Mr. Stone vor sich hin. Er war immer noch überrascht über mein Können. Dann sammelte er sich aber schnell wieder und fuhr wie üblich mit dem Unterricht vor. Nach Ende dieser Schulstunde war dann Englisch an der Reihe, gefolgt von Physik und Chemie.

In Chemie durften wir selber Experimente machen. Das war ziemlich cool. Es war ein Projekt, an dem wir mit einem Partner zusammenarbeiten sollten. Das war nicht so toll, denn ich habe es nicht so mit Teamarbeit. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Glück hatte mit der Wahl. Ich arbeitete mit einem gutaussehenden, beliebten Mädchen zusammen, einer Cheerleaderin. Wow, die sieht echt heiß aus. Sexy. Ich musste mich sehr zusammenreißen ihr nicht ständig auf die Brüste oder ihren „Prachtarsch“ zu starren.

„Hast du dir bereits überlegt was wir für das Projekt machen?“, fragte ich sie, um ein bisschen Smalltalk zu halten und mich abzulenken.
„Nein, keine Ahnung. Weißt du schon was?“, antwortete sie charmant lächelnd und ihre grüne Augen sahen direkt in meine blauen.
„Ja, hab ich.“, sagte ich und lächelte zurück. Dann fing ich an ihr zu erklären, was ich vorhatte.

Gegen Ende der Stunde kurz bevor es klingelte, nahm ich dann all meinen Mut zusammen.
„Hast du am Samstag schon etwas vor?“, erkundigte ich mich erst bei ihr.
„Nein, wieso?“, fragte sie und sah mir direkt in die Augen.
„Hättest du Lust mich auf eine Party zu begleiten?“, fragte ich sie lässig, aber ich war auch ein wenig aufgeregt. Doch das ließ ich mir nicht anmerken. Natürlich nicht.

„Ich weiß noch nicht. Schließlich habe ich noch keine Ahnung, ob du zu den coolen Leuten gehörst oder nicht. Vielleicht könntest du es mal bei einer der Sportmannschaften oder bei den Cheerleadern versuchen, die sind immer beliebt. Mein Ruf steht schließlich auf dem Spiel. Wenn du dort aufgenommen wirst, können wir gerne ausgehen, ansonsten tut es mir Leid. Ich kann dir also noch nicht sagen, ob wir ausgehen oder nicht.“, gab sie mir zur Antwort und verließ sobald es zum Ende der Stunde klingelte den Chemiesaal.

Mädchen. Die soll mal einer verstehen. Was sollte das denn bitteschön? Entweder will sie mit mir ausgehen oder nicht. Aber ich werde es trotzdem mal versuchen bei einer der Sportmannschaften aufgenommen zu werden.

Außerschulische Aktivitäten machen sich immer gut und ich mag Sport. Cheerleading ist doch bloß was für Mädchen. Das dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Nun war es erst mal Zeit fürs Mittagessen. Man musste ziemlich lange anstehen bis man endlich sein Essen hatte und die Mahlzeiten in der Schulcafeteria sind nicht gerade schmackhaft. Ich setzte mich allein an einen Tisch, weil ich noch zu keiner der Cliquen gehörte.

Ich war gerade dabei meine Mahlzeit herunterzuschlucken, als sich ein Strebertyp meinem Tisch näherte und mich dann schließlich fragte: „Ist hier noch frei?“ Genervt rollte ich mit den Augen. So jemand hatte mir gerade noch gefehlt. Wenn ich mit so einem gesehen werde, kann ich es mir abschreiben bei den Mädels gut anzukommen. Ich bin noch neu hier und habe es noch in der Hand, ob ich zu den Coolen oder den Loosern gehöre und zu letzterem will ich definitiv nicht gehören. Also hatte der Streber hier nichts zu suchen.

„Zisch ab! Such dir einen anderen Platz, du Streber.“, antwortete ich ihm unfreundlich und machte ihm deutlich, dass er nicht willkommen war.
„Du bist doch selber einer. Ich habe im Unterricht gesehen, dass du ziemlich gut bist.“, antwortete der Streber, der in meiner Klasse war.
„Na und? Das hat überhaupt nichts zu sagen. Ich bin eben einfach nur sehr schlau. Das heißt noch lange nicht, dass ich ein Streber bin. Du weißt doch genauso gut wie ich, dass ich auch jede Menge Ärger mache und Streiche spiele. Bei den Lehrern gelte ich schon jetzt als Störenfried und Unruhestifter. Also nenn mich bloß keinen Streber, klar?“, erklärte ich ihm unfreundlich was Sache war.

Das zeigte Wirkung. Der Junge zog von dannen und ich hatte Ruhe. Zumindest bis zum Ende der Mittagspause. Danach musste ich ja wieder zum Unterricht. Auf dem Stundenplan stand für heute noch Geographie und Geschichte auf dem Programm.

Die letzte Stunde vor Schulschluss zog sich besonders lang hin, da sie sehr langweilig war und fast die ganze Klasse, abgesehen von ein paar Strebern, vor sich hin döste. Ich war ebenfalls im Halbschlaf und schreckte nur ab und zu auf, um mir einige historische Daten und Fakten zu notieren.

Doch eine Lautsprecherdurchsage des Schuldirektors, die für eine Unterbrechung des Unterrichtsstoffs und Mrs. News Gelaber sorgte, erhielt die gesamte Aufmerksamkeit der Klasse, mich eingeschlossen.
„Ich bitte um ihre Aufmerksamkeit. Am kommenden Dienstag findet unser Karrieretag statt. Ende der Durchsage.“

Na super. Ich könnte gut darauf verzichten. Mein Berufswunsch steht schon fest. Ich weiß bereits was ich werden will.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#8  von Sandy House » Fr 18. Nov 2011, 20:08

Schlägerei

Am nächsten Schultag in der Pause kam einer von diesen großen kräftigen Schlägertypen aus meiner Klasse auf mich zu und stellte sich die Arme vor der Brust verschränkt vor meinem Tisch auf. Ich spielte gerade JoJo und schaute gelangweilt auf und fragte den Kerl leicht genervt: „Was willst du?“
„Hey, Mann. Ich will die Biohausaufgaben von dir abzuschreiben. Gib sie her und zwar schnell sonst gibt´s ´ne Tracht Prügel, klar?“, antwortete dieser angriffslustig. Daraufhin rollte ich nur mit den Augen und steckte das JoJo zurück in meinen Rucksack.
„Wie wär´s wenn du sie selber machst, Alter?“, konterte ich unbeeindruckt. Davon ließ ich mich doch nicht einschüchtern. Von mir würde er die Biologiehausaufgaben bestimmt nicht abschreiben. Erstens lasse ich mich nicht erpressen und zweitens wie soll er denn so etwas lernen?

„Du willst dich also alles ernstes mit mir anlegen. Mutig, aber auch sehr dumm.“, entgegnete mein Mitschüler fies grinsend.
„Ja, das will ich.“, antwortete ich und stand auf. In Punkto Körpergröße konnte ich schon mal locker mit ihm mithalten. Ich war sogar etwas größer wie er. Kein Wunder, ich gehöre zu den größten in meiner Klasse. Außerdem nahm ich eine Verteidigungsposition ein, um Schlage abzuwehren.

Nur Sekunden später war es dann soweit. Ich muss zugeben, der kann ganz schön austeilen, aber mal sehen ob er auch gut einstecken kann. Ich ging zum Gegenangriff über und schon war eine Rangelei im Gange. Schließlich rangen wir beide sogar am Boden, angefeuert von den Jungs aus der Klasse.

Doch die Anwesenheit von Mr. Adams, dem Englischlehrer, beendete unserer Rauferei.
„Was ist denn das hier? Prügeln sich die zwei Herren etwa? Sofort auseinander! Auf der Stelle!“, rief er verärgert und nur mit Mühe brachte er uns schließlich auseinander. Sowohl Jack, so hieß der Schlägertyp, und ich schnauften vor Anstrengung.
„So ein Benehmen ist völlig inakzeptabel. Ihr beide werdet jetzt erst mal zur Schulkrankenschwester gehen und eure Verletzungen behandeln lassen und danach werdet ihr zum Büro des Direktors gehen. Keine Widerrede.“, fuhr der Lehrer wütend fort und sah uns mit strengem Blick an. Dann ging er zum Pult und schlug das Klassenbuch auf, um darin einen Eintrag zu schreiben.

Murrend gingen Jack und ich also zur Schulkrankenschwester. Dort ließ ich mein blaues, geschwollenes Auge, meine blutige Nase und meine blutige Lippe behandeln. Anschließend begab ich mich, zusammen mit meinem Mitschüler, zum Büro des Direktors, der uns bereits erwartete. Meine Eltern waren mit Sicherheit auch bereits informiert worden. Mein Stiefvater wird hundertprozentig ausrasten.

Wir betraten mutig die Höhle des Löwen und dieser begrüßte uns ungehalten.
„Ah ja, House schon wieder. Nichts als Ärger im Kopf, was? Das gleiche gilt für Connor. Als Strafe werden Sie beide die Hausordnung abschreiben und jetzt raus hier.“, sagte Mr. Dawson, der Schuldirektor unfreundlich und schickte uns wieder nach draußen. Es war ihm anzusehen, dass er zu tun hatte und nicht gestört werden wollte. Also hielt er sich nicht lange mit uns Unruhestiftern auf. Aber die richtig harte Strafe würde mich erst noch erwarten, wenn ich nach Hause komme.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#9  von Sandy House » Sa 19. Nov 2011, 12:49

Übernachtung im Garten

Ich wartete noch nicht lange vor dem Büro des Direktors, da kam auch schon John mit zorniger Miene auf mich zu. Er packte mich grob am Arm und verließ mit mir das Schulgebäude.
„Au! Das tut weh! Hör auf damit!“, beschwerte ich mich, doch ich hätte genauso gut mit der Wand reden können, so viel brachte das. Kaum hatten wir beide das Schulgelände verlassen und saßen im Auto, da ging das Donnerwetter los.

All seine Wut, die sich in ihm aufgestaut hatte, entlud sich.
„Was fällt dir ein, Bursche? Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass du dir ständig Ärger einhandelst. Wie oft sollen deine Mom und ich dich eigentlich noch von der Schule abholen, weil du beim Direktor warst? Wie oft willst du dir denn noch Nachsitzen und Strafarbeiten einhandeln? Du hast keine Disziplin und scherst dich einen Dreck um Regeln! Irgendwann wird das noch böse enden. Ich weiß nicht mehr, wie ich dir noch Marnieren beibringen soll. Meine Strafen scheinen ja auch nichts zu bewirken, aber ich werde sie trotzdem weiterverhängen! Warte bis wir nach Hause kommen, Junge.“, schrie John.
„Beruhig dich erst mal, klar? Der andere Typ hat zuerst angefangen. Ich habe mich nur verteidigt.“, rechtfertigte ich mich und mein Verhalten. Doch es hatte keinen Zweck. Wie immer. Mein Stiefvater ist einfach zu stur.

„Das ist mir vollkommen egal. Es interessiert mich nicht wer angefangen hat.“, fuhr er zornig fort. Ich rollte daraufhin nur mit den Augen. Ich hatte schon erwartet, dass er das sagen würde. Typisch John. Nach einigen Minuten Autofahrt parkte er den Wagen in der Garage und wir stiegen aus. Kaum hatte ich das Auto verlassen, da packte er mich schon wieder grob am Arm und zog mich mit sich. Konnte er das nicht mal lassen?
„Das tut doch weh, du Mistkerl!“, dachte ich im Stillen. Ich konnte es mir gerade noch so verkneifen es laut zu sagen. So wie Dad wieder mit mir umging, gab das sicher wieder blaue Flecken.

Er schleifte mich ins Haus, wo meine Mom gerade die Hausarbeit erledigte.
„Blythe, weißt du was der Junge schon wieder angestellt hat? Gregory hat sich geprügelt.“, sagte John laut zu seiner Frau.
„Ist das wahr, Greg?“, fragte sie mich mit ruhiger, aber enttäuschter Stimme. Ich nickte nur. Dann sagte ich sarkastisch, aber so leise, dass man es nicht hören konnte: „Eigentlich müsstest du ja stolz auf mich sein. Du stehst doch auf Gewalt.“ Diese Worte waren an meinen Stiefvater gerichtet.
„Die heutige Nacht wirst du im Garten verbringen. Außerdem wirst du heute nichts zu Essen bekommen und nun geh mir aus den Augen. In dein Zimmer, na los.“, verkündete er zornig das Urteil und sah mich mit bösem Blick an. Ich hatte Glück. Immerhin bekam ich diesmal keine Schläge von Dad. Vielleicht hatte er heute trotz allem doch so etwas wie einen guten Tag, sonst wäre meine Strafe mit Sicherheit noch härter ausgefallen.

Mit Vergnügen ging ich in mein Zimmer. Dann hatte ich wenigstens meine Ruhe vor ihm. Ich beschloss etwas Musik zu hören und mich zu entspannen. Ich machte es mir auf meinem Bett bequem und schloss die Augen, um den Klängen der Musik zu lauschen. Nach einiger Zeit wurde ich durch Klopfen an die Tür gestört und ich schreckte auf. Meine Mutter kam herein mit einem Eisbeutel in den Händen. Sie setzte sich zu mir aufs Bett und lächelte mich freundlich an.
„Hier, ich habe dir etwas mitgebracht, um dein blaues Auge etwas zu kühlen, damit die Schwellung zurückgeht.“, sagte meine Mom und ich nahm es dankend an. Gleich legte ich den Eisbeutel auf die betroffene Stelle und die Kälte tat gut. Die Kühlung würde Linderung bringen. Ich hatte sowieso vorgehabt mich runterzuschleichen, wenn die Luft rein war, um mir einen Eisbeutel zu holen, aber Mom war mir zuvor gekommen. Sie hat mir Arbeit erspart, das ist gut. Bei der Schulkrankenschwester hatte ich zwar auch schon etwas zur Kühlung bekommen, doch das reicht nicht aus.

„Warum hast du dich geprügelt, Greg?“, fragte mich dann meine Mom.
„Der andere Junge hat angefangen Ärger zu machen. Ich habe mich nur verteidigt.“, antwortete ich.
„In Ordnung. Ich glaube dir, mein Schatz.“, sagte sie nun freundlich lächelnd und stand wieder auf, um den Raum zu verlassen.

Am Abend, als sie endlich die Gelegenheit dazu hatte, weil John kurz aus dem Haus gegangen war, brachte sie mir die Reste vom Abendessen vorbei, damit ich endlich was in den Magen bekam. Der knurrte schon wie verrückt vor Hunger. Das letzte hatte ich morgens gegessen. Meine Mom ist wirklich klasse.

Doch als John wieder nach Hause kam und es schon dunkel war, schmiss er mich aus dem Haus, um die Strafe in die Tat umzusetzen.
„So, mein Junge. Such dir hier draußen einen Platz zum Schlafen aus. Morgen früh lasse ich dich wieder rein, damit du dich für die Schule zu recht machen kannst.“, sagte er fies grinsend zu mir, dann schlug er die Tür hinter mir zu.
„So ein Idiot.“, dachte ich mir, als ich mich auf den Rasen legte. Es war eine sternenklare und sehr kühle Nacht. Schon nach kurzer Zeit fing ich an zu frieren.

Da ich ein cleveres Köpfchen bin, versuchte ich natürlich mich doch irgendwie wieder ins Haus oder zumindest in die Garage zu schleichen. Auch wenn ich wusste, dass es zwecklos war. Das war ja nicht mein erster Versuch. Schließlich musste ich schon öfter zur Strafe im Garten übernachten. Erstens lag John wie ein Wachhund auf der Lauer, zweitens gab es eine Alarmanlage und drittens stellte mein Stiefvater dann immer Fallen auf, um es mir zu erschweren nach drinnen zu gelangen. Er kannte mich einfach zu gut. So ein Scheiß.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#10  von Sandy House » So 20. Nov 2011, 12:44

Willkommen im Team

Nach einer langen Nacht, in der ich zitternd und frierend auf dem harten unbequemen Rasen im Garten geschlafen hatte, öffnete mein Dad endlich die Tür.
„Komm rein.“, sagte John nur zu mir und ich betrat bibbernd das Haus, froh endlich wieder nach drinnen zu kommen. Nachts waren auch unheimliche Geräusche von nachtaktiven Tieren zu hören gewesen. Nicht, dass ich Angst davor hätte, das ist ja lächerlich, aber besonders gut schlafen kann man dabei nicht gerade.

Als ich in die Küche kam, begrüßte mich meine Mutter und kaum hatte ich mich an den Esstisch gesetzt, da stellte sie mir eine rote Tasse gefüllt mit dampfenden, heißen Kaffee hin.
„Hier, mein Schatz. Damit kannst du dich ein wenig aufwärmen.“, sagte meine Mom freundlich und schenkte mir ein Lächeln. Ich erwiderte dieses, bedankte mich und nahm dann einen großen Schluck von dem Getränk. John war zum Glück nicht anwesend. Er war schon aus dem Haus gegangen, sonst hätte er wieder Theater gemacht, weil ich angeblich zu viel verwöhnt werde.

Zum Frühstück gab es Rühreier und Schinken, die meine Mutter in der Pfanne briet. Hungrig wie ich war, aß ich alles auf, stellte den leeren Teller und die Tasse in die Spüle und ging danach nach oben in mein Zimmer, um mir frische Kleidung aus dem Schrank zu holen. Mit den Sachen in den Händen ging ich anschließend ins Badezimmer, um mich frisch zu machen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und dem sonstigen vollen Programm, stellte ich nach einem Blick auf die Uhr fest, dass es langsam Zeit für die Schule wurde. So ein Mist. Ich hatte überhaupt keine Lust hinzugehen, aber das ist ja nichts Neues.

In diesem Moment rief meine Mom schon von unten: „Greg, komm runter! Es wird Zeit für die Schule.“ Daraufhin rollte ich mit den Augen. So ein Mist! Genervt holte ich meine Schultasche aus meinem Zimmer und ging damit die Treppe herunter, wo sie mich unten schon erwartete.
„Ich wünsche dir noch einen schönen Tag mein Schatz und mach bitte nicht schon wieder Ärger.“, wandte Blythe sich an mich und gab mir einen Abschiedskuss.
„Ja, Mom.“, antwortete ich und fügte in Gedanken noch hinzu: „Ich werde es zumindest versuchen, aber garantieren kann ich für nichts.“
„Bis heute Nachmittag, Mom.“ Mit diesen Worten verließ ich das Haus und ging zur Haltestelle, wo ich auf den gelben Schulbus wartete.

Nach Unterrichtsende hatte ich ein Probetraining bei der Lacrosse Schulmannschaft und bei den Cheerleadern. Es lief ziemlich gut, denn ich wurde bei beiden aufgenommen. Cheerleader wollte ich zwar eigentlich nicht werden und John darf auf keinen Fall davon erfahren, aber da gibt´s jede Menge gutaussehender Mädels. Am Ende des Cheerleadertrainings, als ich mich gerade umgezogen und die Jungenumkleide verlassen hatte und mich auf den Nachhauseweg machen wollte, hielt mich eine weibliche Stimme auf.

„Halt! Warte!“, rief sie und daraufhin drehte ich mich um. Die Stimme gehörte zu dem gutaussehenden Mädchen, das ich letztens gefragt habe, ob sie mit mir ausgeht.
„Was ist? Was willst du?“, fragte ich genervt.
„Ich möchte dich nur im Team willkommen heißen und dir sagen, dass ich am Samstag sehr gerne mit dir auf eine Party gehe.“, antwortete sie freundlich und ließ sich von dem genervten Tonfall in meiner Stimme nicht abschrecken. Ihr Name ist übrigens Sara.
„Gut, dann wäre das ja geklärt. Bye. Wir sehen uns morgen.“, sagte ich daraufhin, drehte mich um und verließ nun die Sporthalle. Ich konnte mir ein zufriedens Grinsen nicht verkneifen, denn der heutige Tag war eigentlich nicht schlecht gelaufen, zumindest bisher. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#11  von Sandy House » Mo 21. Nov 2011, 10:54

Klassenarbeit

Nach einem Blick auf meine Armbanduhr musste ich feststellen, dass es allerhöchste Zeit wurde nach Hause zu kommen, denn es gab gleich Abendessen. John ist ein sehr strenger Mann und er steht auf Pünktlichkeit. Darauf achtet mein Stiefvater sehr streng. Wer zu spät zum Essen kommt, der bekommt nichts mehr. Da ich keine Lust hatte mal wieder leer auszugehen und darauf zu warten bis die Gelegenheit günstig ist mich heimlich in die Küche zu schleichen und mir etwas zu essen zu machen, rannte ich nun so schnell ich konnte los, um es noch rechtzeitig nach Hause zu schaffen.

Außer Atem kam ich vor unserer Haustür an, atmete ein paar mal tief ein und aus und klingelte dann. Kurze Zeit später öffnete meine Mutter die Tür und bat mich herein. Sie hatte eine Kochschürze an, also war sie gerade dabei zu kochen oder das Essen war schon fertig. In der Küche angekommen sah ich, dass ich es trotz meines Bemühens nicht geschafft hatte pünktlich zu erscheinen, denn John saß schon am Tisch und Blythe nahm nun ebenfalls Platz.

„Wo kommst du denn schon wieder her, mein Junge?“, begrüßte mein Stiefdad mich mürrisch und sah mich mit grimmigen Blick an, der wohl so was wie Autorität ausstrahlen sollte.
„Von der Schule. Ich hatte noch Probetraining bei der Lacrosse Sportmannschaft und ich gehöre nun zur Mannschaft.“, antwortete ich ebenfalls schlecht gelaunt, weil ich schon ganz genau wusste, worauf es am Ende hinauslaufen würde. Von den Cheerleadern erzählte ich nichts, ich bin ja nichts lebensmüde. Nicht auszudenken was John dann mit mir anstellen würde…
„Das ist ja toll, mein Schatz. Ich freue mich für dich, Greg.“, sagte meine Mutter freundlich und sah mich liebevoll an.
„Danke, Mom.“, sagte ich und schenkte ihr ebenfalls ein Lächeln.
„Aha. Hast du schon mal auf die Uhr gesehen, Gregory. Du bist zu spät. Mal wieder.“, fuhr mein Alter verärgert fort.

Ich warf nun erneut einen Blick auf die Uhr. Ich war zwei Minuten über die Zeit, die John fürs Abendessen festgelegt hat. Genervt rollte ich mit den Augen. Wenn ich etwas gut gemacht habe, bekomme ich kein Lob und keine Anerkennung von ihm. Er tadelt und bestraft mich immer nur und das kotzt mich an. Warum muss er bloß so ein Ordnungsfanatiker sein?
„Du weißt, was das bedeutet. Für dich gibt es nichts mehr zu essen. Geh in dein Zimmer!“, schickte er mich weg und nahm einen Bissen vom leckeren Essen, das meine Mom gekocht hat.

Mein Magen machte sich mittlerweile laut knurrend bemerkbar. Gereizt, weil ich Hunger hatte, wandte ich mich an ihn und sagte: „Warum musst du immer so einen Aufstand machen wegen ein paar Minuten? Ich bin zwei Minuten zu spät, das ist doch nicht schlimm. Also warum regst du dich so auf?“
„Pünktlichkeit ist sehr wichtig und gehört zu den Tugenden. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Das musst du lernen, auf die harte Tour. Du wirst mir später dankbar dafür sein.“, antwortete er und blieb stur. Weswegen sollte ich ihm dankbar sein? Da kann er lange drauf warten. Das wird erst passieren, wenn die Hölle zufriert oder Schweine fliegen können.

Trotzig ging ich die Treppe nach oben und in mein Zimmer. Die Tür sperrte ich hinter mir zu, damit ich meine Ruhe hatte. Ich musste noch Hausaufgaben erledigen und außerdem stand am nächsten Tag noch eine Klassenarbeit an. Widerwillig setzte ich mich an den Schreibtisch und machte die Hausaufgaben, für die Mathearbeit lernte ich jedoch nicht. Wozu auch? Das wäre bloß Verschwendung meiner wertvollen Zeit, die man sinnvoller nutzen kann. Außerdem konnte ich mich sowieso nur schwer, hungrig wie ich war, konzentrieren. Ich holte meine Gitarre und spielte darauf. Ich brauchte etwas Ablenkung.

Später am Abend, als meine Eltern schlafen gegangen waren, war die Gelegenheit günstig mir etwas zu Essen zu machen. Ich schlich mich leise auf Zehenspitzen nach unten in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Daraus holte ich eine Packung mit Käseaufschnitt. Viel zum Essen durfte ich nicht herausnehmen, sonst würde das John auffallen. Ich nahm zwei Scheiben heraus und machte mir ein Käsebrot. Es war zwar nicht viel und nicht annähernd sättigend bei dem großen Hunger, den ich hatte, aber immerhin besser als nichts. Meine Mom hatte mir diesmal nicht heimlich die Essensreste bringen können, weil John zu Hause geblieben war.

Am nächsten Morgen, gleich in der ersten Stunde, stand Mathe auf dem Stundenplan. Der Lehrer verteilte die Aufgabenblätter und dann ging es los. Ich warf einen Blick darauf und las mir alles durch. Anschließend machte ich mich ans Werk und gab meine Arbeit schon vor Ende der Stunde ab, weil ich alle Aufgaben bereits gelöst hatte. Nachdem ich sie dem Lehrer gegeben hatte, verließ ich das Klassenzimmer und ging zum Snackautomaten, um mir einen Schokoriegel zu gönnen. Den hatte ich mir jetzt verdient.

In der nächsten Stunde hatten wir Biologie und da bekamen wir den Test, den wir vor einiger Zeit geschrieben hatten, zurück.
„Gut gemacht.“, lobte mich Mr. Green, als er mir meine Arbeit zurück gab. Ich grinste daraufhin nur zufrieden, als ich das rote A+ darauf sah. Besser kann es nicht sein, ich habe die Höchstnote, aber das überrascht mich nicht.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#12  von Sandy House » Mi 23. Nov 2011, 11:02

Date mit Sara

Endlich war Samstag. Der Tag der Party. Nach acht Uhr abends klingelte ich an ihrer Haustür. Wir waren für acht Uhr verabredet. Kurze Zeit später öffnete sie die Tür.
„Du kommst zu spät.“, begrüßte sie mich.
„Ich weiß.“, meinte ich daraufhin nur. Dann betrachtete ich sie. Sara trug ein schönes Kleid. Darin sah sie echt heiß aus, sexy.
„Können wir los?“, fragte sie mich dann um das unangenehme Schweigen, das nun herrschte, zu brechen. „Klar, lass uns keine Zeit mehr verlieren. Ich will mich amüsieren.“, sagte ich grinsend und ging mit ihr zum Haus eines Klassenkameraden, wo die Party stattfand. Es war nur ein kurzer Fußweg bis dorthin. An unserem Ziel angekommen, klingelte ich und wir beide warteten darauf hereingelassen zu werden.

Zack, so heißt der Gastgeber, öffnete und bat uns ins Haus. Dieser Aufforderung kamen wir sehr gerne nach.
„Amüsiert euch, ihr zwei.“, meinte er und ließ uns dann alleine.
„Na, dann mal auf ins Vergnügen.“, sagte ich zu meiner Begleitung und stürzte mich mit ihr ins Getümmel. Es waren schon viele Partygäste anwesend. Ein Büffet war aufgebaut, es gab Partydeko und einen DJ, der Schallplatten auflegte.

Wir beide beschlossen zur Musik zu tanzen. Nach einiger Zeit kamen Saras Freundinnen mit ihren Begleitern zu uns.
„Na, ihr zwei. Amüsiert ihr euch gut?“, erkundigte sich Sabrina, die ebenfalls in meiner Klasse ist und mit Sara befreundet ist. Den Kerl an ihrer Seite kenne ich nur flüchtig. Er geht auch auf meine Schule ist aber glaube ich ein oder zwei Klassen über mir. Genau weiß ich es nicht. Ist ja auch egal. Ich sollte nicht so viel unnötiges und uninteressantes Zeug quatschen.

„Oh, ja. Die Party ist wirklich gut.“, antwortete Sara ihrer Freundin. Dann wandte sie sich an mich: „Holst du mir was zu trinken? Ich habe Durst.“ Ich rollte genervt mit den Augen, sagte dann aber: „Von mir aus.“ Ich hatte sowieso vorgehabt zum Büffet zu gehen, um mir etwas zu knabbern und etwas zu trinken zu holen.

Am Büffet begegnete ich dann Zack, dem Gastgeber. Ich trank gerade einen Schluck Cola aus meinem Getränkebecher, als er mich ansprach.
„Hey, du hast doch ausgezeichnete Noten in der Schule. Ich könnte etwas Nachhilfe in Mathe gut gebrauchen. Würdest du mir welche geben?“, fragte mich mein Mitschüler.
„Kommt drauf an, was ich dafür als Gegenleistung bekomme und wie viel.“, antwortete ich daraufhin grinsend. Dann handelten wir den Preis für die Nachhilfe aus und ich nahm das Angebot schließlich an. Nun wurde es höchste Zeit zu meiner Begleitung zurückzukehren, sonst würde Sara noch verärgert über mich sein, weil ich sie so lange warten gelassen hatte.

Als ich wieder bei ihr war, sagte sie etwas ungeduldig: „Da bist du ja endlich. Was hat denn so lange gedauert?“
„Sorry, ich habe noch mit Zack gesprochen. Hier ist dein Getränk, das du wolltest.“, entschuldigte ich mich bei ihr.
„Danke. Schon in Ordnung. Ich war ja nicht alleine. Meine Freundinnen und ihre Begleiter haben mir Gesellschaft geleistet.“, antwortete sie nun schon freundlicher.
„Was habt ihr zwei denn so besprochen?“, erkundigte sie sich neugierig bei mir.
„Ach, er will bloß Nachhilfe in Mathe bei mir nehmen. Nichts Wichtiges oder Interessantes.“, antwortete ich gleichgültig.

Die Stunden vergingen und schließlich war es kurz vor Mitternacht. Es wurde höchste Zeit nach Hause zu kommen, wenn ich nicht schon wieder Schläge von John kassieren, ein Eisbad nehmen, ins Gartenhaus oder in den Keller gesperrt werden wollte.
„Komm, wir sollten nach Hause gehen.“, wandte ich mich an meine Verabredung.
„Okay, ich muss auch heim.“, antwortete sie und gemeinsam machten wir uns auf den Nachhauseweg.

Ein paar Minuten später standen wir vor meinem Haus.
„Es war ein schöner Abend. Wir beide sollten das bei Gelegenheit wiederholen.“, wandte sie sich lächelnd an mich.
„Oh ja. Das finde ich auch.“, antwortete ich ebenfalls lächelnd.
„Ich sollte jetzt gehen. Es ist schon spät. Wir sehen uns in der Schule.“, sagte Sara dann und weg war sie. Zufrieden lächelnd sperrte ich mit meinem Schlüssel die Tür auf. Der Abend war wirklich gut gelaufen.
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