Anmerkung: Die Stelle, wieso House Arzt werden möchte, wurde aus "Koma-Mann &Sohn" ("Son Of A Coma Guy") übernommen.
Karrieretag
Heute fand der „Karrieretag“ statt. Für mich war das Zeitverschwendung, da ich meinen Berufswunsch sowieso schon weiß. Außerdem war mein Alter auch anwesend. Er konnte es nicht lassen meiner Klasse von der Army vorzuschwärmen. John laberte davon warum man unbedingt zur Army sollte und so weiter, bla, bla, bla…Das hat mich nun wirklich überhaupt nicht interessiert. Die Vorträge, der anderen Leute, die gekommen waren, waren auch nicht viel besser und interessanter. Ich hatte Mühe damit vor Langeweile nicht einzuschlafen. Den ganzen Kram muss ich mir sowieso nicht mehr anhören. Seit meiner Zeit in Japan steht fest, dass ich Arzt werde. Jawohl, ich gehe aufs College und studiere Medizin.
Es war einige Wochen nach meinem 14. Geburtstag. Ich machte mit meinem Schulkameraden eine Klettertour und dabei stürzte dieser und verletzte sich. Ich fuhr mit ihm ins Krankenhaus. Wir hatten einen völlig falschen Eingang genommen und sahen da diesen Kerl. So´nen Reinigungstyp. Später als mein Freund eine Infektion bekam und die Ärzte nicht wussten, was sie tun sollten, da haben sie den Reinigungstyp zu Rate gezogen. Er war Arzt und ein Buraku. Einer von Japans Unberührbaren. Seine Vorfahren waren Killer und Totengräber. Dieser Typ wusste genau, dass das Personal ihn nicht akzeptierte, doch das war ihm egal. Er hatte nicht viel Geld für Klamotten und für die Menschen im Krankenhaus war er einer, der ihnen nicht viel zu bieten hatte. Außer sie brauchten ihn. Denn er wusste was zu tun war. Dann war alles andere unwichtig. Sie mussten ihm zuhören. Das hat mich inspiriert zu meiner Berufswahl, weil dieser Buraku mich beeindruckt hat.
Aber ich schweife mal wieder vom eigentlichen Thema ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, stimmt, der „Karrieretag“. Außer meinem Stiefvater John waren unter anderem auch ein Rechtsanwalt, ein Cop, ein Versicherungsvertreter usw. in der Schule, um uns einen kleinen Vortrag über ihren Berufsalltag zu halten.
Doch am besten erzähle ich alles von Anfang an. Also am Morgen überraschte mich mein Stiefdad beim Frühstück mit einer Ankündigung, bei der ich die Milch, die ich gerade im Mund hatte, in hohem Bogen hinausprustete und die Spritzer genau auf ihm landeten.
„Gregory, ich werde heute am „Karrieretag“ einen kleinen Vortrag in deiner Klasse halten.“, hatte er erzählt.
„Was?“, fragte ich entsetzt und mit großen Augen. Das hatte mir gerade noch gefehlt. John wollte mich in die Schule begleiten? Das war der Horror.
„Ja, genau und pass gefälligst auf, wo du die Milch hinspritzt, Junge.“
„Woher weißt du davon?“, fragte ich immer noch verwundert. Ich hatte ihm selbstverständlich nichts davon erzählt.
„Ich habe ein Informationsblatt darüber auf deinem Schreibtisch liegen sehen.“, bekam ich von meinem Alten zur Antwort.
„Du hast in meinen Sachen rumgeschnüffelt?“, entgegnete ich verärgert.
„Du erzählst mir ja so gut wie nichts.“, meinte John nur und nahm einen weiteren Bissen von seinem Toastbrot. Daraufhin rollte ich genervt mit den Augen. Das durfte doch nicht wahr sein. Aber in Zukunft würde ich meine Sachen noch besser verstecken. Das Informationsblatt muss ich wohl vergessen haben. Wie konnte ich nur so blöd sein und das einfach auf meinem Schreibtisch liegen lassen?
Nach dem Frühstück fuhren wir also an meine Highschool, stiegen auf dem Parkplatz aus dem Auto aus und gingen ins Schulgebäude. Dort wurden wir schon von einem großen Banner mit der Aufschrift „Career Day 1974“ begrüßt. Es sollte ja schließlich keinem entgehen, was heute hier stattfand. Ich konnte über die Ankündigung nur genervt mit den Augen rollen.
Kaum hatten John und ich das Klassenzimmer betreten, da machte der Schuldirektor mal wieder eine seiner Durchsagen. Mein Klassenlehrer begrüßte uns alle, aber vor allem die Gäste.
„Vielen Dank für ihr Kommen und dass sie uns einen Einblick in ihren Berufsalltag geben möchten.“, sagte Mr. Green zu den anwesenden Erwachsenen. Anschließend wandte er sich an uns Schüler: „Ich hoffe ihr hört alle aufmerksam zu. Schließlich geht es um eure Zukunft.“
Diese Ansage hätte er sich auch sparen können, zumindest was mich betrifft, denn ich schenkte dieser Veranstaltung keine besonders große Aufmerksamkeit. Vor allem John nahm das während seines Vortrages verärgert zur Kenntnis. Immer wieder warf er mir böse Blicke zu, weil ich nicht an seinen Lippen hing und aufmerksam lauschte, was er zu sagen hatte, so wie einige meiner Mitschüler. Ich war einfach nur froh als es endlich vorbei war.





