Don´t stop believin´ [FF]

Moderator: Housekatze

Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#13  von Sandy House » Do 24. Nov 2011, 11:30

Anmerkung: Die Stelle, wieso House Arzt werden möchte, wurde aus "Koma-Mann &Sohn" ("Son Of A Coma Guy") übernommen.

Karrieretag

Heute fand der „Karrieretag“ statt. Für mich war das Zeitverschwendung, da ich meinen Berufswunsch sowieso schon weiß. Außerdem war mein Alter auch anwesend. Er konnte es nicht lassen meiner Klasse von der Army vorzuschwärmen. John laberte davon warum man unbedingt zur Army sollte und so weiter, bla, bla, bla…Das hat mich nun wirklich überhaupt nicht interessiert. Die Vorträge, der anderen Leute, die gekommen waren, waren auch nicht viel besser und interessanter. Ich hatte Mühe damit vor Langeweile nicht einzuschlafen. Den ganzen Kram muss ich mir sowieso nicht mehr anhören. Seit meiner Zeit in Japan steht fest, dass ich Arzt werde. Jawohl, ich gehe aufs College und studiere Medizin.

Es war einige Wochen nach meinem 14. Geburtstag. Ich machte mit meinem Schulkameraden eine Klettertour und dabei stürzte dieser und verletzte sich. Ich fuhr mit ihm ins Krankenhaus. Wir hatten einen völlig falschen Eingang genommen und sahen da diesen Kerl. So´nen Reinigungstyp. Später als mein Freund eine Infektion bekam und die Ärzte nicht wussten, was sie tun sollten, da haben sie den Reinigungstyp zu Rate gezogen. Er war Arzt und ein Buraku. Einer von Japans Unberührbaren. Seine Vorfahren waren Killer und Totengräber. Dieser Typ wusste genau, dass das Personal ihn nicht akzeptierte, doch das war ihm egal. Er hatte nicht viel Geld für Klamotten und für die Menschen im Krankenhaus war er einer, der ihnen nicht viel zu bieten hatte. Außer sie brauchten ihn. Denn er wusste was zu tun war. Dann war alles andere unwichtig. Sie mussten ihm zuhören. Das hat mich inspiriert zu meiner Berufswahl, weil dieser Buraku mich beeindruckt hat.

Aber ich schweife mal wieder vom eigentlichen Thema ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, stimmt, der „Karrieretag“. Außer meinem Stiefvater John waren unter anderem auch ein Rechtsanwalt, ein Cop, ein Versicherungsvertreter usw. in der Schule, um uns einen kleinen Vortrag über ihren Berufsalltag zu halten.

Doch am besten erzähle ich alles von Anfang an. Also am Morgen überraschte mich mein Stiefdad beim Frühstück mit einer Ankündigung, bei der ich die Milch, die ich gerade im Mund hatte, in hohem Bogen hinausprustete und die Spritzer genau auf ihm landeten.

„Gregory, ich werde heute am „Karrieretag“ einen kleinen Vortrag in deiner Klasse halten.“, hatte er erzählt.
„Was?“, fragte ich entsetzt und mit großen Augen. Das hatte mir gerade noch gefehlt. John wollte mich in die Schule begleiten? Das war der Horror.
„Ja, genau und pass gefälligst auf, wo du die Milch hinspritzt, Junge.“
„Woher weißt du davon?“, fragte ich immer noch verwundert. Ich hatte ihm selbstverständlich nichts davon erzählt.

„Ich habe ein Informationsblatt darüber auf deinem Schreibtisch liegen sehen.“, bekam ich von meinem Alten zur Antwort.
„Du hast in meinen Sachen rumgeschnüffelt?“, entgegnete ich verärgert.
„Du erzählst mir ja so gut wie nichts.“, meinte John nur und nahm einen weiteren Bissen von seinem Toastbrot. Daraufhin rollte ich genervt mit den Augen. Das durfte doch nicht wahr sein. Aber in Zukunft würde ich meine Sachen noch besser verstecken. Das Informationsblatt muss ich wohl vergessen haben. Wie konnte ich nur so blöd sein und das einfach auf meinem Schreibtisch liegen lassen?

Nach dem Frühstück fuhren wir also an meine Highschool, stiegen auf dem Parkplatz aus dem Auto aus und gingen ins Schulgebäude. Dort wurden wir schon von einem großen Banner mit der Aufschrift „Career Day 1974“ begrüßt. Es sollte ja schließlich keinem entgehen, was heute hier stattfand. Ich konnte über die Ankündigung nur genervt mit den Augen rollen.

Kaum hatten John und ich das Klassenzimmer betreten, da machte der Schuldirektor mal wieder eine seiner Durchsagen. Mein Klassenlehrer begrüßte uns alle, aber vor allem die Gäste.
„Vielen Dank für ihr Kommen und dass sie uns einen Einblick in ihren Berufsalltag geben möchten.“, sagte Mr. Green zu den anwesenden Erwachsenen. Anschließend wandte er sich an uns Schüler: „Ich hoffe ihr hört alle aufmerksam zu. Schließlich geht es um eure Zukunft.“

Diese Ansage hätte er sich auch sparen können, zumindest was mich betrifft, denn ich schenkte dieser Veranstaltung keine besonders große Aufmerksamkeit. Vor allem John nahm das während seines Vortrages verärgert zur Kenntnis. Immer wieder warf er mir böse Blicke zu, weil ich nicht an seinen Lippen hing und aufmerksam lauschte, was er zu sagen hatte, so wie einige meiner Mitschüler. Ich war einfach nur froh als es endlich vorbei war.
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Re: Don´t stop believin´ [FF]

Beitrag#14  von Sandy House » Fr 25. Nov 2011, 11:00

Geburtstagsfeier

Heute war es soweit, mein Geburtstag. Das Gute war, John war nicht da. Ich hatte also sturmfreie Bude für die Party. Meine Mom war kein Problem. Sie erlaubte es und half sogar bei den Vorbereitungen.

Am Morgen schlich sie leise an mein Bett und weckte mich sanft. Da heute Samstag und somit glücklicherweise keine Schule war, hatte ich heute länger geschlafen.
„Guten Morgen, mein Schatz.“, begrüßte mich meine Mom mit leiser und freundlicher Stimme, in mein Ohr flüsternd. Ich brummte noch verschlafen etwas Unverständliches vor mich hin. Dann machte ich die Augen auf, sah sie an und sagte: „Morgen, Mom.“ Ein Gähnen konnte ich mir dabei nicht unterdrücken.

„Du bist wohl noch müde, was?“, meinte meine Mutter daraufhin lachend, dann umarmte und küsste sie mich und sagte lächelnd: „Happy Birthday.“ Sie reichte mir mehrere Geschenke, die darauf warteten ausgepackt zu werden.
„Von deinem Vater soll ich dir auch alles Gute sagen. Er wird später aber noch anrufen und dich persönlich gratulieren. Das hier ist von ihm.“, meinte Blythe und deutete auf eines der Päckchen.

„Danke.“, antwortete ich und fing an die Geschenke auszupacken. Als ich damit fertig war, lagen eine neue LP meiner Lieblings Rockband, ein neuer Lacrosse Schläger, ein neues Paar Turnschuhe, ein neues Paar Chucks, eine moderne Jeans und eine coole Lederjacke auf meinem Bett verteilt.

„Die Sachen sind wirklich klasse. Das wäre doch nicht nötig gewesen.“, sagte ich zu meiner Mutter und umarmte sie.
„Ach, was. Zum Geburtstag gehören Geschenke einfach dazu.“, antwortete sie lächelnd.
„Und das ist noch nicht alles. Auf dem Küchentisch wartet schon eine leckere Geburtstagstorte auf dich.“, fügte Blythe hinzu.

Das ließ ich mir nicht zwei mal sagen. Mein Magen knurrte sowieso schon vor Hunger. In der Küche angekommen zündete meine Mom die Kerzen auf der Torte an.
„So, dann puste sie mal aus und wünsch dir was.“, forderte sie mich gut gelaunt auf, als sie damit fertig war. Also nahm ich einmal tief Luft und pustete alle beim ersten Versuch aus.

Die Torte sah wirklich sehr lecker aus. „Happy Birthday, Greg“ stand in buntem Zuckerguss darauf geschrieben. Ich konnte es kaum noch erwarten davon zu essen, daher nahm ich mir gleich ein Stück. Es schmeckte köstlich. Meine Mutter kann nicht nur sehr kochen sondern auch prima backen.

Nachdem wir beide genug Kuchen verspeist hatten, half ich meiner Mom noch ein wenig bei der Hausarbeit und anschließend fingen wir zwei an die letzten Vorbereitungen für die heutige Party zu treffen.

Als wir dann mit den Einkäufen, sauber machen und dekorieren des Hauses fertig waren, war es Zeit fürs Mittagessen. Es gab Hamburger mit Pommes. Lecker.

Nach dem Essen rief dann John an, der morgen früh leider wieder nach Hause kam. Ich bedankte mich höflich für die Glückwünsche und das Geschenk. Denn eins muss ich schon sagen, ich hätte nie erwartet, dass er mir eine Lederjacke schenkt, die noch dazu echt cool aussieht. Ja, ich muss zugeben, dass mein Stiefvater auch durchaus seine guten Seiten hat und nicht alles immer so schlimm mit ihm ist. Aber das heißt jetzt noch lange nicht, dass ich meine Meinung geändert habe. Ich kann ihn immer noch nicht ausstehen, dafür ist schon zuviel zwischen uns passiert und wird wohl auch weiterhin passieren.

Der restliche Tag verging wie im Flug und im Nu war es Abend und kaum hatte Mom, die den Abend mit ihren Freundinnen verbringen würde, das Haus verlassen, kamen auch schon die ersten Gäste. Die Bude war nun sturmfrei und die Party konnte beginnen.

Als alle da waren und mir gratuliert hatten, legte ich die Musik auf und dann wurde getanzt. Es war auch ein Büffet aufgebaut, an dem es Getränke und Snacks gab.

Ich nutzte die Gelegenheit mit Sara zu tanzen, die ebenfalls zu meiner Party erschienen war.
„Tolle Party, Greg.“, lobte sie mich, während wir uns zum Rhythmus der Musik bewegten.
„Danke.“, antwortete ich lächelnd.
„Du bist zwar schon ein schräger Typ, aber du besitzt irgendeine Anziehungskraft.“, sagte sie lachend zu mir.
„Ach ja? Wieso?“, fragte ich die gutaussehende Cheerleaderin.
„Keine Ahnung. Es ist einfach so.“, wich sie meiner Frage aus, kam mir aber ein Stückchen näher.

Das Mädchen konnte die Augen nicht von mir lassen und ich nicht von ihr. Sie sieht aber auch hammer aus. Unwillkürlich wanderte mein Blick weiter nach unten in ihren Ausschnitt.
„Hey, ich sehe genau wo du hinsiehst. Lass das gefälligst sein! Jungs!“, sagte sie verärgert und rollte mit den Augen. Dann verpasste Sara mir eine schallernde Ohrfeige.

„Au!“, stieß ich schmerzverzerrt hervor und fuhr mit einer Hand über die schmerzende Stelle. Die hat wirklich einen ordentlichen Schlag drauf.
„Die hast du verdient, Mistkerl.“ Ihre Stimme wurde lauter. Nun hatten wir die Aufmerksamkeit aller Partygäste, die uns anschauten.
„Was glotzt ihr denn so blöd? Hört gefälligst auf damit, hier gibt es nichts zu sehen, klar? Feiert weiter!“, rief ich verärgert zu den Schaulustigen.

„Hör auf so eine Szene zu machen, klar?“, wandte ich mich nun wieder zornig an Sara.
„Mir doch egal.“, meinte sie nur und dann passierte etwas womit wohl keiner von uns beiden gerechnet hatte. Wir beide fingen an uns stürmisch zu küssen. Doch so schnell wie der Kuss gekommen war, war er auch wieder vorbei. Sara und ich lösten unsere Lippen wieder voneinander, dann sahen wir beide uns einen Moment an, in dem keiner von uns wusste, was er sagen sollte.

Dann sagte sie nach einem Blick auf ihre Armbanduhr: „Ich muss los. Es ist schon spät.“ Mit diesen Worten ließ sie mich allein zurück und verließ das Haus. Ich sah ihr noch kurz hinterher und dann warf auch ich einen Blick auf die Uhr. Es war schon nach Mitternacht. Allerhöchste Zeit die Feier aufzulösen. Zum Glück hatten wir rechtzeitig die Musik leiser gedreht, sonst wäre die Polizei sicherlich auch schon hier aufgetaucht wegen nächtlicher Ruhestörung.

Ich schickte alle Gäste nach Hause und kaum waren alle weg, da kam meine Mutter nach Hause. Wir hatten ziemlich Chaos hinterlassen.
„Wie sieht es denn hier aus, Greg?“, fragte sie mich erschrocken.
„Tut mir Leid, Mom.“ „Du weißt aber sicher, dass dein Vater ausrastet, wenn er das hier sieht, oder?“, antwortete sie seufzend und hängte ihre Jacke an die Garderobe.

„Ja, ich weiß.“, antwortete ich zerknirscht.
„Dann sollten wir beide wohl besser anfangen aufzuräumen, bevor er nach Hause kommt.“, meinte sie und fing an aufzuräumen.
„Ja, das ist wohl das Beste.“, stimmte ich zu und fing widerwillig damit an die Unordnung zu beseitigen. Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust, aber noch weniger gefiel es mir von John bestraft zu werden. Also musste ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen.
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